Französische Grenzgänger könnten mehr Steuern zahlen: Wie die luxemburgischen Gewerkschaften darauf reagieren
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Nach mehreren Verschiebungen wird das französisch-luxemburgische Steuerabkommen im Jahr 2025 in Kraft treten, und zum ersten Mal werden die Einkünfte des Jahres 2024 nach dem neuen System besteuert.
Es handelt sich um die "Effektivsteuersatzmethode", die für Steuerpflichtige mit gemischten Einkünften (aus Frankreich und Luxemburg) gilt. Bei dieser Methode wird die französische Steuer auf der Grundlage des Gesamteinkommens berechnet, wobei jedoch eine Gutschrift in Höhe der bereits in Luxemburg gezahlten Steuer erfolgt. Allerdings werden nur die Sozialbeiträge und nicht die gesamte Steuer abgezogen, was die Gesamtsteuerlast erhöhen kann.
Im Jahr 2020, als die Reform bereits zu greifen begann, mussten einige Grenzgänger mit Steuererhöhungen von Hunderten oder sogar Tausenden von Euro rechnen. Dies gilt insbesondere für Familien, bei denen das Haupteinkommen aus Luxemburg stammt und das französische Einkommen viel niedriger ist. Rentner sind besonders gefährdet, da ein Dienstjahr in Luxemburg in Bezug auf die Rentenzahlungen im Durchschnitt 4-5 Jahren in Frankreich entspricht.
Trotz des Versprechens des ehemaligen französischen Wirtschaftsministers Bruno Le Maire, dass die Änderungen keine Auswirkungen auf die Steuerlast haben würden, wurden bisher keine offiziellen Berechnungen veröffentlicht. Eine vom französischen Finanzministerium in Auftrag gegebene Studie über die Auswirkungen des Abkommens auf die Steuerzahler wurde nicht veröffentlicht.
Die OGBL besteht auf Transparenz und fordert von der französischen Regierung die Veröffentlichung einer Studie, die die versprochene "Neutralität" der Änderungen bestätigt oder dementiert. Die französische Senatorin Silvana Silvestri richtete ein offizielles Schreiben an die neue Wirtschafts- und Finanzministerin und forderte sie auf, die Situation zu klären und ihre Zusagen zum Schutz der Grenzgänger einzuhalten.
Es ist also noch unklar, ob in Luxemburg arbeitende Franzosen höhere Steuern zahlen müssen. Die Gewerkschaften warnen jedoch, dass viele Familien bereits 2025 mit einer unerwarteten Erhöhung der Steuerbeiträge konfrontiert werden könnten.