Studierende wehren sich gegen Social-Media-Verbot in Luxemburg

Getty Images
Die Nationale Konferenz der luxemburgischen Studierenden (CNEL) hat Vorschläge zur Einführung eines Mindestalters von 16 Jahren für den Zugang zu sozialen Medien kritisiert und erklärt, dass eine solche Maßnahme faktisch einem Verbot gleichkäme und die Probleme der digitalen Umgebung nicht lösen würde. Diese Position wird in der offiziellen Stellungnahme der Organisation im Rahmen der Diskussionen über einen möglichen europaweiten Standard dargelegt.
CNEL erkennt an, dass das Ziel der „Stärkung des Schutzes Minderjähriger” „legitim und notwendig” ist. Nach Ansicht der Studierenden ist eine allgemeine Altersgrenze jedoch eine vereinfachte Antwort auf eine komplexe Frage. Die Organisation betont, dass soziale Medien zu einem festen Bestandteil des Alltags junger Menschen geworden sind und ihnen einen Raum für Kommunikation, Selbstdarstellung und Teilnahme an öffentlichen Debatten bieten.
Gleichzeitig ignoriert CNEL die Risiken nicht. Dazu gehören übermäßige Nutzung und die Entwicklung von Suchtverhalten, psychische Probleme, Cybermobbing, die Verbreitung von Falschinformationen und Gefahren für den Schutz personenbezogener Daten. Besondere Aufmerksamkeit gilt Algorithmen, die „gezielt die Aufmerksamkeit“ der Nutzer maximieren und problematische Verhaltensmuster verstärken können.
Dennoch ist die Organisation der Ansicht, dass ein Verbot bis zum Alter von 16 Jahren lediglich dazu führt, dass Jugendliche erst später mit digitalen Risiken konfrontiert werden, ohne dass ihnen die notwendigen Fähigkeiten für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien vermittelt werden. Darüber hinaus weist CNEL auf die technische Anfälligkeit strenger Alterskontrollen hin: Diese lassen sich leicht umgehen, was die Wirksamkeit der Regelung in Frage stellt.
Die unklaren Grenzen zwischen sozialen Netzwerken, Informationsdiensten und Videoplattformen sorgen für zusätzliche Komplexität. Ohne eine klare Definition dessen, was genau unter die Kategorie „soziales Netzwerk“ fällt, birgt jede Gesetzgebung das Risiko, Rechtsunsicherheit und praktische Schwierigkeiten bei der Anwendung zu schaffen.
Anstelle von Verboten schlägt CNEL vier Schwerpunktbereiche vor. Erstens die systematische Einführung von Medienerziehung in Schulen, einschließlich des Verständnisses von Algorithmen, der Erkennung von Desinformation und des Schutzes personenbezogener Daten. Zweitens die Sensibilisierung von Eltern und Lehrern, damit sie Jugendliche im digitalen Umfeld unterstützen können. Drittens die Stärkung der Regulierung der Plattformen selbst, insbesondere im Hinblick auf manipulative Gestaltung. Und schließlich die Entwicklung realistischer Mechanismen zur Altersüberprüfung, die nicht zu einem versteckten Verbot führen.





