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Luxtoday

Fast die Hälfte des Stroms in der EU stammt aus erneuerbaren Quellen.

Zuletzt aktualisiert
14.01.26
Renewable energy in Luxembourg and EU

Zbynek Burival, Unsplash

Im Jahr 2024 erreichte die europäische Energieversorgung einen symbolischen Meilenstein: 47,5 % des Bruttostromverbrauchs in der EU stammten aus erneuerbaren Quellen. Laut Eurostat sind das 2,1 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor und fast 30 Punkte mehr als zu Beginn der Beobachtungen im Jahr 2004, als der Anteil der grünen Stromerzeugung nur 15,9 % betrug.

Betrachtet man die Struktur dieser Transformation, wird deutlich, dass es sich nicht um eine einzige Quelle handelt, sondern um ein komplexes Mosaik. Wind lieferte 38 % des gesamten Stroms aus erneuerbaren Energien, Wasserkraft 26,4 %. Zusammen machten sie fast zwei Drittel der grünen Produktion aus. Solarenergie lag mit einem Anteil von 23,4 % an dritter Stelle, war jedoch der wichtigste Wachstumsmotor: von 7,4 TWh im Jahr 2008 auf 304 TWh im Jahr 2024. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 machte Solarenergie nur 1 % des erneuerbaren Stroms aus, während sie heute in einer Reihe von Ländern bereits eine vergleichbare Bedeutung wie Wasserkraft hat.

Auf nationaler Ebene ist das Bild noch kontrastreicher. Mehr als 75 % der Elektrizität wurden im Jahr 2024 aus erneuerbaren Quellen in Österreich (90,1 %), Schweden (88,1 %) und Dänemark (79,7 %) erzeugt. Hier haben natürliche Gegebenheiten und eine langfristige Politik Hand in Hand gewirkt: In Österreich dominiert die Wasserkraft, in Schweden eine Kombination aus Wasser und Wind und in Dänemark vor allem Wind. Auch Portugal, Spanien, Kroatien, Lettland, Finnland, Deutschland, Griechenland und die Niederlande lagen über 50 %.

Gleichzeitig bleibt die Kluft zwischen den Spitzenreitern und den Nachzüglern bestehen. In Malta betrug der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung nur 10,7 %, in der Tschechischen Republik 17,9 % und in Luxemburg 20,5 %.

Wichtig ist auch, wie Eurostat diese Indikatoren berechnet: Die Daten zu Wasser- und Windenergie werden „normalisiert“, d. h. die Wetterschwankungen über mehrere Jahre werden geglättet. Das Wachstum spiegelt somit eher strukturelle Veränderungen im Energiesektor wider als eine günstige Kombination aus Regen und Wind. In einigen Ländern, wie Norwegen und Island, kann der Anteil erneuerbarer Energien sogar über 100 % liegen, da sie mehr Ökostrom produzieren, als sie verbrauchen, und den Überschuss exportieren.

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14.01.26

Fotos aus diesen Quellen: Zbynek Burival, Unsplash

Autoren: Alex Mort