Eine Tonne Feuerwerkskörper in einem Wohnviertel: Wie ein Unternehmen im Untergrund eine Vorladung sprengte

Mourad Saadi, Unsplash
Wenige Tage vor dem Jahreswechsel ereignete sich in Rosport eine Geschichte, die eher an ein Krimiszenario als an eine typische Razzia vor den Ferien erinnerte. Am Montag beschlagnahmte die Polizei 1 140 Kilogramm pyrotechnisches Material - mit einem Nettogewicht von 197,3 Kilogramm Sprengstoff. Zum Vergleich: Das entspricht dem Inhalt eines kleinen Militärlagers, aber alles wurde innerhalb eines Wohngebiets gelagert.
Die Aktion wurde von Beamten der Echternacher Polizei in Zusammenarbeit mit dem Spezialdienst für Waffen und Sprengstoffe der Kriminalpolizei durchgeführt. Die Inspektion für Arbeit und Bergbau (Inspection du travail et des mines, ITM) wurde zur Verstärkung der Ermittlungsmaßnahmen hinzugezogen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Diekirch waren die Räumlichkeiten nicht mit angemessenen Sicherheitssystemen ausgestattet und befanden sich in einer stillgelegten Tankstelle, einem Ort, der eindeutig nicht für die Lagerung derart gefährlicher Materialien vorgesehen war.
Ein wichtiges Detail in diesem Fall ist die völlige Illegalität des Geschäfts. Der Handel wurde ohne die obligatorische "Commodo"-Genehmigung betrieben, die für potenziell gefährliche Einrichtungen erforderlich ist. Gleichzeitig war die Nachfrage vor den Feiertagen den Mengen nach zu urteilen hoch: Der unterirdische Feuerwerksmarkt war voll ausgelastet.
Die Ermittlungen gingen über die einfache Beschlagnahme von Pyrotechnik hinaus. Es wurden auch Buchhaltungsunterlagen sowie "aus den Straftaten stammende Vermögenswerte" beschlagnahmt. Die Ermittlungen werden in zwei Bereichen geführt: Verstoß gegen das Gesetz über Hochrisikoanlagen und Geldwäsche. Sowohl natürliche als auch juristische Personen waren daran beteiligt.
Die rechtlichen Folgen können schwerwiegend sein. Bei einfachen Verstößen drohen acht Tage bis sechs Monate Gefängnis und Geldstrafen von bis zu 125.000 €. Wenn die Handlungen als Geldwäsche eingestuft werden, erhöht sich das Strafmaß auf fünf Jahre Haft. Das finanzielle Spektrum der Strafen spiegelt das Ausmaß des Risikos wider: von 1.250 € bis 1,25 Millionen € für Privatpersonen und bis zu 12,5 Millionen € für Unternehmen.





