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Luxtoday

Gewerkschaften haben Wolt vorgeworfen, seine Beschäftigten auszubeuten

Zuletzt aktualisiert
02.07.26
Wolt in Luxembourg

Anthony Fomin, Unsplash

Die Gespräche zwischen Vertretern des Lieferdienstes Wolt und luxemburgischen Gewerkschaften, bei denen es um die prekären Arbeitsbedingungen der Kuriere ging, endeten, ohne dass konkrete Vereinbarungen getroffen wurden. Gewerkschaftsvertreter beschrieben das Treffen als angespannt und enttäuschend. Schon vor Beginn der Gespräche kam es zu Meinungsverschiedenheiten: Die Geschäftsleitung von Wolt forderte, dass das Treffen ausschließlich mit offiziellen Gewerkschaftsvertretern stattfinden solle, doch die Delegierten lehnten dies ab und bestanden auf der direkten Teilnahme der Kuriere selbst.

Der OGBL-Vertreter David Angel verglich die Situation im Kurier- und Zustellsektor mit dem „Wilden Westen“ und warf den Unternehmen vor, auf Kosten der ärmsten und schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen Profit zu machen. Der LCGB-Vertreter Pascal Glouchitski forderte unterdessen ein sofortiges Ende der Arbeitspraktiken, die er als „moderne Sklaverei“ bezeichnete. Die Gewerkschaften hatten eine umfangreiche Liste mit Fragen zu zweifelhaften Untervergabe-Vereinbarungen und der Unterbezahlung von Löhnen vorbereitet, erhielten jedoch keine substanziellen Antworten. Laut David Angel gewann die Delegation den Eindruck, dass die Vertreter von Wolt entweder ihr eigenes Geschäftsmodell nicht vollständig verstanden hätten oder ihnen das erforderliche Fachwissen fehlte, um die angesprochenen Themen zu erörtern.

Während des Treffens verurteilte die Geschäftsführung der Plattform offiziell jegliche rechtswidrigen Handlungen seitens der Subunternehmer; sie erklärte jedoch, dass sie zum ersten Mal von den mutmaßlichen Verstößen gehört habe, was sie als Grund für das Fehlen von Präventivmaßnahmen anführte. Da die Gewerkschaften mit dieser Antwort nicht zufrieden waren, forderten sie die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Plattformarbeit, die den Status der Kuriere als Arbeitnehmer gesetzlich verankern soll. 

Gewerkschaftsvertreter betonen, dass Lieferfahrer weder ihre Tarife selbst festlegen noch ihre Routen wählen oder ihre Arbeitszeiten selbst planen können, was darauf hindeutet, dass sie tatsächlich dem Unternehmen unterstellt sind und nicht als selbstständige Auftragnehmer tätig sind. Nach den ergebnislosen Verhandlungen beschränkte sich Wolt auf eine schriftliche Stellungnahme, in der das Unternehmen die geführten Gespräche begrüßte und seine Bereitschaft zu einem weiteren konstruktiven Dialog bekundete.

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02.07.26

Fotos aus diesen Quellen: Anthony Fomin, Unsplash

Autoren: Alex Mort