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Die Zahl der Kinder, die eine Sprachtherapie benötigen, hat sich seit 2018 verdoppelt

Zuletzt aktualisiert
01.10.26
Speech therapist in Luxembourg

Getty Images

Die besorgniserregenden Ergebnisse Luxemburgs in der internationalen PISA-Studie zur Bildungsqualität haben die Aufmerksamkeit von Lehrkräften und zuständigen Behörden auf das Thema schulische Leistungen gelenkt. Marc Schmidt, Leiter des Zentrums für Logopädie, vertritt die Ansicht, dass Schwierigkeiten beim Lesen und bei der Informationsverarbeitung bereits lange vor der Einschulung eines Kindes entstehen. Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind eine entscheidende Phase für die Entwicklung der Sprachfähigkeiten. Experten zufolge reicht es aus, regelmäßig Zeit miteinander zu verbringen – beim Spielen, Lesen oder sogar bei gemeinsamen Hausarbeiten –, um sicherzustellen, dass ein Kind optimal auf die Schule vorbereitet ist. Die wichtigste Voraussetzung bleibt jedoch eine echte Interaktion ohne ständige Ablenkung durch Smartphones. Marc Schmidt betont, dass Zeitmangel und die übermäßige Nutzung mobiler Geräte durch Erwachsene zu einem ernsthaften gesellschaftlichen Problem geworden sind, das die normale Entwicklung von Kindern behindert.

Statistiken von Fachinstitutionen bestätigen diesen negativen Trend. Derzeit werden rund 3.000 Kinder ambulant im Logopädiezentrum behandelt, was fast einer Verdopplung gegenüber dem Schuljahr 2018–2019 entspricht. Gleichzeitig hat sich die Zahl der spezialisierten diagnostischen Untersuchungen verdreifacht; im Rahmen dieser Untersuchungen arbeiten multidisziplinäre Teams aus Fachleuten zwei Wochen lang mit den Patienten zusammen, um eine genaue Diagnose zu stellen. Praktizierende Fachärzte stellen nicht nur Sprachentwicklungsverzögerungen bei Kindern im Vorschulalter fest, sondern auch damit verbundene Probleme bei der Konzentration und der Verarbeitung auditiver Informationen.

Bei angeborenen Störungen oder schweren Erkrankungen können Kinder direkt im Logopädiezentrum unterrichtet werden, das derzeit rund 300 Schüler betreut. Die meisten von ihnen integrieren sich nach Abschluss eines Programms, das dem zweiten Schuljahr entspricht, erfolgreich in Regelschulen. Experten weisen darauf hin, dass eine gezielte Förderung im frühen Kindesalter entscheidend ist. Ohne eine solide Grundlage in einer oder beiden ihrer Muttersprachen wird das spätere Erlernen von Fremdsprachen wie Deutsch oder Französisch äußerst schwierig.

Um eine Kommunikationskrise zu überwinden, müssen Erwachsene ihre gewohnten Verhaltensmuster ändern. Renée Fretz, Koordinatorin des Logopädiezentrums, weist darauf hin, dass Eltern aufgrund ihrer vielen alltäglichen Aufgaben oft vergessen, wie man mit ihren Kindern spielt. Durch organisierte Elternforen erhalten Erwachsene die Möglichkeit, an gemeinsamen kreativen Aktivitäten wie Tanzen oder Singen teilzunehmen, wodurch sie sich vollständig von ihren alltäglichen Sorgen lösen können. Experten zufolge benötigen Kinder selten pädagogisch perfekte Entwicklungsmethoden – einfache Formen gemeinsamer Freizeitaktivitäten und echte Zuwendung sind weitaus wirksamer.

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01.10.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort