Luxemburg will noch strengere Beschränkungen für Smartphones in Schulen einführen

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Luxemburgs Bildungsminister Claude Meisch hat Pläne angekündigt, strenge Einschränkungen für die Nutzung von Smartphones an weiterführenden Schulen einzuführen. Auslöser für diese Entscheidung waren die jüngsten Ergebnisse der internationalen Schülerbeurteilung „PISA“, die einen stetigen Rückgang der Lesekompetenz zeigten. Dieser Trend ist seit 2012 zu beobachten, nicht nur in Luxemburg, sondern weltweit. Obwohl das Land weiterhin knapp unter dem OECD-Durchschnitt liegt, führen Experten den Rückgang der Lesekompetenz auf die übermäßige Nutzung sozialer Medien durch junge Menschen zurück. Laut Luc Weis, dem Leiter des Forschungsdienstes SCRIPT, führt die ständige Nutzung von elektronischen Geräten dazu, dass Kinder schnell und oberflächlich lesen, und die Häufigkeit von Fehlern, die durch Unaufmerksamkeit beim Lesen verursacht werden, hat sich verdoppelt.
Derzeit können die weiterführenden Schulen im ganzen Land frei zwischen drei Arten von Einschränkungen wählen: einem Verbot elektronischer Geräte während des Unterrichts, während der Pausen oder während des gesamten Schultages. Das Ministerium plant jedoch, ein verbindliches Verbot für die unteren Jahrgänge der Sekundarstufe einzuführen. Darüber hinaus erarbeitet das Ministerium einen Plan zur Förderung des Lesens längerer Texte und betont dabei, dass Kinder, denen ihre Eltern zu Hause regelmäßig vorlesen, bessere schulische Leistungen erzielen.
Es ist erwähnenswert, dass die PISA-Studie auch die gemischten Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf den Lernprozess hervorgehoben hat. Schüler, die KI als interaktiven Tutor nutzen, verbessern ihre Leistungen, während das Verlassen auf Algorithmen bei metakognitiven Aufgaben zu einem Verlust wichtiger Kompetenzen führt. Gleichzeitig erzielte Luxemburg im Bereich des digitalen Lernens Ergebnisse über dem OECD-Durchschnitt und konnte zudem durch die Einrichtung von Europa-Klassen und auf Französisch unterrichteten Programmen die Bildungslücke zwischen luxemburgischen Schülern und Kindern aus Migrantenfamilien verringern.
Gleichzeitig werden die schulischen Leistungen im Bildungssystem weiterhin vom sozioökonomischen Status und der Art des Bildungsprogramms beeinflusst: Die Ergebnisse des akademischen Zweigs „Classique“ und der internationalen Schulen liegen weiterhin deutlich über denen des Programms „Général“. Die PISA-Ergebnisse werden am 15. September im Bildungsausschuss der Abgeordnetenkammer erörtert; anschließend wird Luxemburg im Rahmen eines neuen Vierjahreszyklus weiterhin an den Untersuchungen teilnehmen.





