Studierende in Luxemburg fordern den Erhalt des Erasmus+-Programms

Kateryna Hliznitsova, Unsplash
Im Rahmen der Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen der EU für den Zeitraum 2028–2034 wird derzeit eine erhebliche Kürzung der Mittel für Bildung und Wissenschaft diskutiert. Am 11. Juni 2026 schlug die zyprische EU-Ratspräsidentschaft vor, die Mittel für Programme zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, darunter Erasmus+ und „Horizont Europa“, gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag der Europäischen Kommission um 3,9 Prozent zu kürzen. Infolgedessen könnte sich das Erasmus+-Budget auf 34,7 Milliarden Euro belaufen, was deutlich unter den vom Europäischen Parlament geforderten 47,39 Milliarden Euro liegt. Das Budget für das Forschungsprogramm „Horizont Europa“ soll auf 148,579 Milliarden Euro gekürzt werden, statt der vom Parlament vorgeschlagenen 177,01 Milliarden Euro.
Als Reaktion auf diese Pläne veröffentlichten der Nationale Studentenverband Luxemburgs (UNEL) und die Organisation „Junge Europäische Föderalisten Luxemburgs“ (JEF Luxemburg) eine gemeinsame Erklärung, in der sie die Initiative kritisierten. Die Verfasser des Dokuments beziehen sich auf den Bericht von Mario Draghi über die Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, wonach das Erasmus+-Programm derzeit nur 15 Prozent der jungen Menschen in der EU abdeckt. Den Schätzungen des Berichts zufolge müssten die Mittel auf 131 Milliarden Euro verfünffacht werden, um alle jungen Menschen einzubeziehen. Dennoch hat eine Koalition aus 17 europäischen Organisationen aus den Bereichen Hochschulbildung und Wissenschaft eine bescheidenere Forderung gestellt: das Erasmus+-Budget auf mindestens 60 Milliarden Euro festzulegen.
Trotz der offiziellen Schreiben, die im Juni und August 2026 an Premierminister Luc Frieden, Finanzminister Gilles Roth und weitere Mitglieder des Kabinetts gesendet wurden, hat die luxemburgische Regierung ihre Position bislang noch nicht klargestellt. In ihrer Resolution fordern die Jugendorganisationen die Behörden des Landes auf, die vorgeschlagenen Kürzungen öffentlich abzulehnen. Zu den weiteren Forderungen gehören die Anpassung der Fördermittel an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten, die Aufstockung der Mittel für das Jugendprogramm „AgoraEU“ auf 12 Milliarden Euro sowie die automatische gegenseitige Anerkennung von Auslandsstudienzeiten in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union.





