Ein Neurowissenschaftler aus Luxemburg hat einen Durchbruch bei der Erforschung der Alzheimer-Krankheit erzielt

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Michael Heneka, Neurowissenschaftler und Direktor des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) an der Universität Luxemburg, wurde von der Alzheimer’s Research Foundation mit dem European Grand Prize ausgezeichnet. Seine langjährige Forschung auf dem Gebiet der Neuroinflammation verändert das wissenschaftliche Verständnis der Krankheitsursachen grundlegend. Henekas Forschung verlagert den Schwerpunkt von der Ansammlung von Amyloidproteinen auf die Wechselwirkung zwischen dem Nervensystem und den Immunzellen des Gehirns.
Der Wissenschaftler betont, dass die Alzheimer-Krankheit nicht auf Vorgänge innerhalb der Nervenzellen beschränkt ist. Das Immunsystem des Gehirns spielt eine aktive Rolle beim Fortschreiten der Krankheit, indem es auf Gefahrensignale reagiert. Henekis Team ist es gelungen, einen spezifischen Signalweg zu identifizieren, der für diese Entzündungsreaktionen verantwortlich ist. Auf der Grundlage dieser Entdeckung wurden bereits erste klinische Studien mit Medikamenten eingeleitet, die diesen Signalweg blockieren und dadurch das Fortschreiten der zerstörerischen Prozesse verlangsamen können.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist, dass sich die Krankheit bereits in einer „klinisch stillen Phase“ zu entwickeln beginnt – Jahrzehnte bevor die ersten Symptome auftreten, oft im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Heneka argumentiert, dass ein Eingreifen genau in diesem Stadium einen erheblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben könnte. Darüber hinaus weist der Wissenschaftler auf einen direkten Zusammenhang zwischen schweren Infektionen (wie einer Lungenentzündung) oder chirurgischen Eingriffen und der späteren Entwicklung kognitiver Beeinträchtigungen bei älteren Menschen hin.
Neben genetischen Faktoren beeinflussen auch der Lebensstil und die Umwelt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Der Experte nennt Luftverschmutzung, Diabetes, Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum als Hauptrisikofaktoren. Gleichzeitig sind regelmäßige körperliche Aktivität, die Kontrolle des Cholesterinspiegels, eine ausgewogene Ernährung und soziale Kontakte nach wie vor wirksame Mittel, um die kognitive Gesundheit zu erhalten und einem geistigen Verfall vorzubeugen.





