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Luxtoday

Luxemburg wird als „Tabakladen Europas“ bezeichnet

Zuletzt aktualisiert
01.06.26
Smoking in Luxembourg and EU

Meg Aghamyan, Unsplash

Laut den jüngsten in Luxemburg veröffentlichten Statistiken rauchen 31 % der Bevölkerung regelmäßig oder gelegentlich; in der Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen steigt dieser Anteil jedoch auf besorgniserregende 41 %. Margot Heirendt, Direktorin der Krebsstiftung, äußerte tiefe Besorgnis darüber, dass die Gesamtzahl der Tabakkonsumenten im Land nicht zurückgeht. 

Experten sehen das Aufkommen neuer alternativer nikotinhaltiger Produkte als größte Gefahr an; durch aggressives Marketing dienen diese Produkte für Jugendliche als Einstieg in das traditionelle Rauchen. Solche Produkte enthalten oft extrem hohe Dosen an reinem Nikotin, was die Entwicklung einer anhaltenden neurobiologischen Abhängigkeit beschleunigt. Lex Schaul, ein Experte für öffentliche Gesundheit, fügte hinzu, dass hohe Konzentrationen psychoaktiver Substanzen irreparable Schäden am sich entwickelnden Gehirn von Teenagern verursachen, während die langfristigen Auswirkungen des Vapings auf das Lungengewebe noch kaum erforscht sind.

Vor diesem Hintergrund sah sich Luxemburg beispielloser Kritik seitens der internationalen Gemeinschaft ausgesetzt. Auf einer kürzlich in Mailand abgehaltenen europäischen Konferenz, an der rund 900 Fachleute teilnahmen, warfen Delegierte aus Nachbarländern dem Großherzogtum offen vor, als „Europas Tabakladen“ zu fungieren und damit faktisch „Krebs zu exportieren“. Grund für diese scharfen Äußerungen ist nach wie vor die Steuerpolitik der Behörden, die die Zigarettenpreise auf einem Minimum hält und damit den massiven grenzüberschreitenden Tabaktourismus aus Frankreich und Deutschland fördert.

Obwohl etwa die Hälfte der Raucher in Luxemburg angibt, mit dem Rauchen aufhören zu wollen, fällt es ihnen extrem schwer, dies aus eigener Kraft zu schaffen. Experten auf diesem Gebiet weisen darauf hin, dass es in Luxemburg – im Gegensatz zu den meisten anderen Industrieländern – kein strukturiertes nationales Unterstützungssystem für Menschen gibt, die versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören. Die meisten Menschen sind gezwungen, die Entzugserscheinungen alleine zu bewältigen, obwohl klinisch nachgewiesen ist, dass die Unterstützung durch professionelle Suchtspezialisten die Chancen auf eine langfristige Abstinenz um ein Vielfaches erhöht.

Vertreter der Krebsstiftung fordern die Umsetzung einer umfassenden Präventionsstrategie, die systematische jährliche Erhöhungen der Verbrauchsteuern, ein vollständiges Werbeverbot und eine Einschränkung der geografischen Verfügbarkeit von Verkaufsstellen umfasst. Die luxemburgische Regierung hat darauf traditionell mit dem Argument reagiert, dass Tabaksteuern einen erheblichen Anteil der Einnahmen des Staatshaushalts ausmachen. Dennoch hält Margot Heirendt diese Position für unhaltbar und verweist auf die Erfahrungen in Frankreich, wo eine radikale Preiserhöhung für eine Packung Zigaretten nicht nur den Konsum senkte, sondern auch zu einem Anstieg der Steuereinnahmen für den Staatshaushalt führte. Nach Angaben des Nationalen Gesundheitsobservatoriums sind die direkten Folgen des Tabakkonsums derzeit für 11 % aller Todesfälle in Luxemburg verantwortlich.

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01.06.26

Fotos aus diesen Quellen: Meg Aghamyan, Unsplash

Autoren: Alex Mort