Der Hafen von Mertert ist auf Grund gelaufen

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Extreme Hitze und ausbleibende Niederschläge haben zu einem deutlichen Rückgang der Wasserstände in den großen Flüssen Europas geführt, darunter die Loire, der Po und die Donau. Eine ähnliche Situation ist am Rhein eingetreten, wo bereits Anfang August ein Rekordtiefstand gemessen wurde – und nicht erst am Ende des Sommers oder im Herbst, wie es in den Vorjahren der Fall war. In der Nähe der deutschen Stadt Bingen ist die Tiefe der Fahrrinne an einigen Stellen unter 1,40 Meter gesunken. Infolgedessen mussten große Frachtschiffe, Hausboote und Ausflugsboote, die auf dem Weg zur Loreley waren, mehr als zehn Tage lang vor Anker bleiben, obwohl der Fährverkehr zur Stadt Rüdesheim weiterhin aufrechterhalten wird.
Die Krise am Rhein hat direkte Auswirkungen auf die Schifffahrt auf der Mosel und den Betrieb im Hafen von Mertert in Luxemburg. Im Gegensatz zur Mosel, wo der Wasserstand teilweise durch ein Schleusensystem reguliert wird, fehlt auf dem 700 Kilometer langen Rheinabschnitt zwischen Rotterdam und Basel eine solche Infrastruktur. Wie Gilles Braquet, Geschäftsführer des Betreibers Luxport, feststellt, können die derzeit im Hafen anlegenden Schiffe nur 25–30 Prozent ihrer Ladekapazität ausnutzen. Schiffe, die bis zu 2.000 Tonnen Erdölprodukte, Sand, Düngemittel und Stahl transportieren können, werden derzeit nur mit 450–500 Tonnen beladen. Bis Ende der Woche werden voraussichtlich weitere sechs Schiffe mit reduziertem Ladungsvolumen im Hafen einlaufen, während der Transport der übrigen Sendungen neu geplant werden muss.
Um die Auswirkungen der Krise abzumildern, nutzt der Hafen seine trimodale Infrastruktur, indem er Fracht vom Wassertransport auf Schiene und Straße umleitet. Gilles Braquet warnt jedoch, dass die Mobilisierung einer ausreichenden Anzahl von Lkw und Eisenbahnwaggons zum Ausgleich der stillgelegten Flotte eine große Herausforderung darstellt. Bei Ladungen unter 400 Tonnen ist der Transport auf dem Wasserweg wirtschaftlich nicht mehr rentabel, während eine anhaltende Phase niedriger Wasserstände die gesamte Logistikkette zu stören droht. Diese Entwicklungen wirken sich bereits auf die Versorgung mit sensiblen Gütern wie Erdölprodukten aus: In Westdeutschland wurden Preisanstiege verzeichnet, während es in Luxemburg zu kurzen, lokal begrenzten Lieferunterbrechungen kam.





