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Luxtoday

Die Hitze verlangsamt die Reifung der Ernte

Zuletzt aktualisiert
29.05.26
Farmers in Luxembourg

Getty Images

Das heiße, sonnige Wetter, das sich über Luxemburg ausgebreitet hat, wirkt sich auf den Agrarsektor unterschiedlich aus und zwingt die Landwirte dazu, einen Mittelweg zu finden zwischen der Nutzung der Sonnenvorteile und dem Schutz ihrer Pflanzen vor Hitzestress. Wie der Obst- und Gemüsebauer Jean-Claude Muller aus der Gemeinde Contern erklärt, fördert mäßige Hitze das Wachstum, doch übermäßige Hitze und plötzliche Temperaturschwankungen stellen für empfindliche Kulturen ein ernstes Problem dar. Einige Sorten vertragen hohe Temperaturen deutlich besser als andere. So zeigt beispielsweise der Salat, der während des Kälteeinbruchs im Mai kaum gewachsen ist, nun ein kräftiges Wachstum.

Gleichzeitig birgt die globale Erwärmung für andere Kulturen versteckte Risiken. Müller nennt als Beispiel Apfelplantagen, wo die Blüte gerade erst zu Ende gegangen ist und die entscheidende Phase der Zellteilung der Früchte begonnen hat. Ungünstige Temperaturen während dieser Zeit können biologische Prozesse erheblich verlangsamen und verhindern, dass die Äpfel das erforderliche Gewicht und die nötige Dichte erreichen. Die Bedingungen können nur dann als günstig bezeichnet werden, solange das Thermometer +35–36 °C nicht überschreitet, obwohl bei vielen Pflanzen bereits Wachstumsverzögerungen zu beobachten sind, sobald die Temperatur die +30 °C-Marke überschreitet.

Aus diesem Grund begrüßen die Landwirte die Vorhersagen der Wetterdienste, die einen Temperaturrückgang ankündigen, da dies dazu beiträgt, Schäden an den Kulturen zu minimieren. Ein Abkühlungstrend geht jedoch traditionell mit einem erhöhten Gewitterrisiko einher. Plötzliche Wetterumschwünge sind im Gemüse- und Obstanbau höchst unerwünscht: Trotz des hohen Wasserbedarfs der Pflanzen können schwere Stürme und insbesondere Hagel reifende Früchte vollständig zerstören. Das optimale Szenario für die Landwirte ist eine Stabilisierung des Wetters bei knapp unter +30 °C, was nicht nur für die Pflanzen wichtig ist, sondern auch für die Mitarbeiter, die bei extremer Hitze im Freien arbeiten müssen.

Um ihre Mitarbeiter zu schützen, verlegen die landwirtschaftlichen Betriebe den Beginn der Feldarbeit auf die frühen Morgenstunden, wenn es noch kühl ist, und legen während der heißesten Stunden des Nachmittags eine Pause ein. Die Austrocknung des Bodens stellt eine weitere Herausforderung dar. Wenn der Boden hart und staubig wird, reicht die übliche Bewässerung nicht mehr aus. Ein effektives Wassermanagement in dieser Zeit erfordert das obligatorische mechanische Auflockern des Bodens mit Hacken. 

Dieser Vorgang beseitigt nicht nur Unkraut, sondern lockert auch die Oberflächenkruste auf, sodass Sauerstoff eindringen kann. Eine solche Behandlung unterbricht die Kapillarwirkung im Boden, verlangsamt die Verdunstung von Feuchtigkeit und sorgt dafür, dass das Wasser das Wurzelsystem der Pflanzen erreicht. Das Bewässern von trockenem, verdichtetem Boden ohne vorherige Auflockerung ist sinnlos, da sich die Feuchtigkeit einfach über die Oberfläche verteilt und sofort verdunstet. Die Entwicklung der Wetterbedingungen in den kommenden Wochen wird ein entscheidender Faktor für Umfang und Qualität der Sommerernte sein.

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Zuletzt aktualisiert
29.05.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort