Die Kartoffeln in Luxemburg erwiesen sich als zu klein.

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Der luxemburgische Agrarsektor hat unter den schwerwiegenden Folgen der Sommerdürre und der extremen Hitze gelitten. Laut der Landwirtschaftsministerin Martine Hansen fiel die diesjährige Kartoffelernte zu gering aus, sodass sie für die industrielle Verarbeitung, insbesondere für die Herstellung von Kartoffelchips, ungeeignet ist. Gleichzeitig ist die Lage bei den Getreidekulturen weiterhin uneinheitlich. Laut Steve Turmes, dem Geschäftsführer der Saatbau-Genossenschaft, waren Wintergetreide wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale von akzeptabler Qualität, während die Ertragszahlen nur geringfügig unter dem langjährigen Durchschnitt lagen.
Die Sommergetreidekulturen waren jedoch weitaus stärker betroffen. Serge Turmes, Generaldirektor von „De Verband“, stellte im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang sowohl bei der Menge als auch bei der Qualität der Sommergetreidekulturen um 10 bis 15 Prozent fest. Hauptursache war die ungewöhnliche Hitzewelle Ende Juni, als die Temperaturen in der Gemeinde Remich 40 Grad Celsius überschritten. Dennoch überstanden einige Kulturen, darunter Winterraps, Dinkel und Hafer, die widrigen Bedingungen mit geringeren Verlusten.
Die Landwirte sind besonders besorgt über den Mangel an Tierfutter. Während die ersten beiden Heuschnitte von den Weiden von guter Qualität waren, ging der dritte Schnitt aufgrund weitreichender Schäden an den Flächen fast vollständig verloren. Infolgedessen haben viele landwirtschaftliche Betriebe bereits begonnen, ihre Winterreserven anzuzapfen. Silomais musste in dieser Saison so früh wie noch nie geerntet werden – auf den am stärksten betroffenen Feldern begann die Ernte bereits Ende Juli. Martine Hansen betont, dass die staatliche Versicherung 65 Prozent der Kosten für Ernteausfallpolicen übernimmt; jedoch kann eine finanzielle Entschädigung den derzeit in der gesamten Großregion zu beobachtenden physischen Futtermittelmangel nicht ausgleichen.
Neben klimatischen Faktoren üben auch geopolitische Krisen weiterhin Druck auf die Rentabilität der Landwirtschaft aus. Serge Turmes weist darauf hin, dass die Produktion trotz eines Anstiegs der Getreidepreise um 10–12 Prozent aufgrund stark gestiegener Kosten für Betriebsmittel und Düngemittel weiterhin unrentabel bleibt. Eine ähnliche Situation zeichnet sich auf dem Rapsmarkt ab: Der Preis ist infolge des durch die Instabilität im Nahen Osten verursachten Anstiegs der weltweiten Ölpreise deutlich gestiegen; dieser Anstieg gleicht jedoch die steigenden Kosten der Landwirte nicht aus, insbesondere angesichts der rückläufigen Erntemengen.
Staatliche Subventionen sind nach wie vor von entscheidender Bedeutung. Martine Hansen und Steve Turmes (Steve Turmes) sind sich einig, dass der Sektor ohne finanzielle Unterstützung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik nicht mehr rentabel sein wird und Europa Gefahr läuft, vollständig von Lebensmittelimporten abhängig zu werden. Nach Ansicht von Vertretern der Branche müssen die politischen Entscheidungsträger eine klare Entscheidung treffen: entweder die nachhaltige heimische Produktion aufrechtzuerhalten oder sich vollständig auf Lieferungen aus dem Ausland zu verlassen.





