Luxemburg hat bei der UNESCO einen neuen Antrag eingereicht

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Am 4. Mai 2026 fand im Schiefermuseum (Musée de l'Ardoise) in Haut-Martelange eine Feierstunde statt, um den Antrag auf Aufnahme der lokalen Industrielandschaft in die UNESCO-Welterbeliste einzuleiten. Der Kulturminister Eric Thill unterzeichnete eine Partnerschaftsvereinbarung mit der Gemeinde Rambrouch und der Museumsleitung und leitete damit offiziell die internationale Nominierungsphase des Projekts ein.
Das Projekt zielt darauf ab, die Stätte in die vorläufige nationale Liste aufnehmen zu lassen, was eine notwendige rechtliche Voraussetzung für die Prüfung des Antrags durch die internationale Organisation darstellt. Eric Till betonte, dass die Initiative über die Bewahrung der Geschichte hinausgeht: Sie dient als Instrument für die regionale Entwicklung und die kulturelle Demokratisierung. Nach Schätzungen des Ministeriums wird der UNESCO-Status Investitionen anziehen und die Attraktivität der Region für Touristen weit über ihre Grenzen hinaus steigern.
Die Stätte in Haut-Martelange bietet einen einzigartigen Einblick in das Zusammenspiel von menschlichem Handeln und Geologie und umfasst mehr als 200 Jahre industrieller Nutzung der Schiefervorkommen. Nach dem Erwerb des Geländes durch den Staat im Jahr 2003 und seiner Ausweisung als historisches Denkmal wurden umfangreiche Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Ein wichtiger Schritt bei der Vorbereitung der Nominierung war die Eröffnung des unterirdischen Rundgangs „Johanna“ im Jahr 2022, der die Integration authentischer Bergwerksanlagen in einen modernen Museumsraum ermöglichte.
Trotz des industriellen Charakters des Denkmals stehen bei der Nominierung die nachhaltige Entwicklung und die Bewahrung des „lebendigen Wissens“ – der handwerklichen Fertigkeiten der Steinbearbeitung – im Vordergrund, die durch den Verein „Les Amis de l'Ardoise“ (Freunde des Schiefers) weitergegeben werden. Das Nationale Institut für architektonisches Erbe (Institut national pour le patrimoine architectural – INPA) koordiniert die architektonischen und wissenschaftlichen Arbeiten. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste soll Luxemburgs Beitrag zur Erhaltung europäischer Industrielandschaften festigen und gleichzeitig ein Modell für hochwertigen Bildungstourismus fördern.





