Werfen Sie einen Blick auf Luxemburg im vorletzten Jahrhundert

Kseniya Lapteva, Unsplash
Vom 4. Juli bis zum 11. Oktober 2026 zeigt das Kunstmuseum Villa Vauban in Zusammenarbeit mit der Londoner Tate eine große Ausstellung mit dem Titel „Grand Tourists to Turner“. Die Ausstellung vereint Gemälde, Aquarelle und Gouachen des berühmten Meeres- und Landschaftsmalers Joseph Mallord William Turner mit Werken seiner herausragenden Zeitgenossen, darunter Richard Wilson, Joseph Wright of Derby und John Robert Cozens.
Jahrhundertelang blieb Italien – die Wiege der Antike und der Renaissance – das Hauptreiseziel britischer Künstler, die sich auf ihre Bildungsreise, die sogenannte „Grand Tour“, begaben. Im 19. Jahrhundert begann sich der geografische Horizont ihres Interesses jedoch unter dem Einfluss der Romantik rasch zu erweitern. Maler entdeckten die raue Schönheit der Schweizer Alpen, der Täler der Seine, der Loire und des Rheins. Anstelle der vertrauten römischen Ruinen tauchten zunehmend gotische Kathedralen und mittelalterliche Burgen auf ihren Leinwänden auf, was eine echte Revolution in der Landschaftsmalerei bedeutete.
Werke, die Turner während seiner Aufenthalte in Luxemburg in den Jahren 1824 und 1839 schuf, nehmen in der Ausstellung einen besonderen Platz ein. Die Besucher können sieben Stadtansichten in Gouache bewundern, darunter Darstellungen des Bockfelsens, des Plateau du Rham und des Alzettetals. Diese Werke zeugen von der einzigartigen Sichtweise des Künstlers auf die Topografie der Festung und ihrer Umgebung, eingefangen in seinem charakteristischen, ausdrucksstarken Stil.
Neben den Luxemburg-Skizzen zeigt die Ausstellung so ikonische Werke wie *Die Konstantinbasilika in Rom* (1819) und die späten Zürcher Aquarelle. Ein Vergleich zwischen Richard Wilsons klassischen italienischen Landschaften und Turners innovativen Erkundungen lässt uns nachvollziehen, wie sich die britische Kunst von der dokumentarischen Erfassung von Denkmälern hin zur Darstellung atmosphärischer Phänomene und zur emotionalen Wahrnehmung der Natur wandelte.





