Die Adolf-Brücke wurde versteigert

Simon Maage, Unsplash
Die Nichtregierungsorganisation „Guides and Scouts for One World“ hat den Verkauf von Teilen der Brüstung der Adolf-Brücke, einem Wahrzeichen Luxemburgs, abgeschlossen. Die Steinpfosten waren den Pfadfindern von der Nationalen Straßenverwaltung im Anschluss an die jüngste Sanierung der Brücke gespendet worden. Trotz anfänglicher Skepsis seitens der Organisatoren der Aktion waren alle verfügbaren Stücke, die jeweils 175 Euro kosteten, vollständig ausverkauft. Die Käufer nutzen sie hauptsächlich als Dekorationselemente für ihre Gärten. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf fließt in die Finanzierung von Bildungsprojekten in Ländern Afrikas und Südamerikas.
Die historischen Abschnitte der Balustrade stehen in engem Zusammenhang mit dem umfassenden Umbau der Überführung, der zwischen 2013 und 2017 stattfand. Im Zuge der Arbeiten zur Verbreiterung der Fahrbahn wurden die ursprünglichen 500 Pfeiler aus französischem Kalkstein, die aus den frühen 1960er Jahren stammten, durch neue Pfeiler aus luxemburgischem Sandstein ersetzt, der in der Gemeinde Ernzen (Ernzen) abgebaut wurde. Beim Abbau blieben nur etwa 200 der ursprünglichen Pfeiler unversehrt erhalten. Seit 2017 verfügt die sanierte Brücke zudem über einen unterhalb der Hauptspannweite verlaufenden hängenden Rad- und Fußweg.
Die Adolfbrücke selbst, die von den Einheimischen als „Neue Brücke“ bezeichnet wird, wurde zwischen 1900 und 1903 erbaut und nach dem damals regierenden Großherzog Adolf aus dem Hause Nassau benannt. Mit einer Länge von über 150 Metern und einer Höhe von mehr als 40 Metern verbindet die Brücke die Altstadt mit dem Bahnhofsviertel und galt fast zehn Jahre lang als die größte Betonbogenbrücke der Welt. Die Brücke erhielt ihren zweiten Namen, um sie vom Viadukt zu unterscheiden, das 1861 eröffnet wurde und dementsprechend als „Alte Brücke“ bekannt ist.
Im Laufe seiner Geschichte war das Viadukt Schauplatz zahlreicher historischer und kultureller Ereignisse. Marie-Anne Werner, eine langjährige Aktivistin der Pfadfinderbewegung, erinnert daran, dass früher der historische „Charly“-Zug und alte Straßenbahnen über die Brücke fuhren. Zudem konnten die Anwohner während Zirkustourneen beobachten, wie Elefanten und Giraffen die Brücke vom Bahnhof zum Glacis-Platz überquerten. Die Brücke diente auch als Sammelpunkt für Zuschauer während der Hochzeitszeremonie von Prinz Jean und Prinzessin Joséphine-Charlotte. Heutzutage wird die Brücke traditionell als Aussichtsplattform während der jährlichen Feuerwerke genutzt.





