Was Sie über Selbstverteidigung in Luxemburg wissen müssen

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Als Reaktion auf die Besorgnis der Öffentlichkeit hinsichtlich der persönlichen Sicherheit hat die luxemburgische Polizei Leitlinien zu rechtmäßigen Methoden der Selbstverteidigung herausgegeben. Steve Goedert, Leiter der Abteilung für Kriminalprävention bei der Polizei der Hauptstadt, betonte, dass Selbstverteidigungsmethoden, die in anderen Ländern weit verbreitet sind, im Großherzogtum oft illegal sind.
Einer der häufigsten Fehler ist der Kauf und das Mitführen von Pfefferspray oder Tränengas. In Luxemburg gelten diese Gegenstände als verbotene Waffen. Gödert erklärte, dass selbst Polizeibeamte verpflichtet sind, den Einsatz solcher Sprays der Staatsanwaltschaft zu melden und ihre Handlungen zu begründen. Darüber hinaus hat der Einsatz solcher Mittel bei einer Rangelei oder bei starkem Wind oft den gegenteiligen Effekt und richtet sich gegen das Opfer selbst.
Als legale Alternative empfiehlt die Polizei die Verwendung von Alltagsgegenständen, die nicht als Waffen eingestuft sind:
- Regenschirme und Handtaschen: Damit lassen sich Schläge abwehren oder ein Angreifer wegstoßen.
- Pfeifen: Sie sind wirksam, um die Aufmerksamkeit von Passanten auf sich zu lenken und psychologischen Druck auf einen Angreifer auszuüben.
- Sicherheitshinweis: Im Falle eines bewaffneten Raubüberfalls rät die Polizei dringend dazu, Ihr Geld oder Ihr Mobiltelefon auszuhändigen, um körperliche Verletzungen zu vermeiden.
Die wichtigste rechtliche Vorgabe bleibt, dass die Notwehr verhältnismäßig sein muss. Hat sich der Angreifer zurückgezogen, gelten weitere Schläge des Opfers als Rechtsverstoß.
Für alle, die lernen möchten, wie man angemessen auf Bedrohungen reagiert, bietet die Polizei zweimal jährlich Kurse zur persönlichen Sicherheit an. Die Schulung basiert auf drei Säulen: das Erkennen gefährlicher Situationen, Techniken der körperlichen Selbstverteidigung (in Zusammenarbeit mit Krav-Maga-Zentren) und die psychologische Betreuung nach einem Vorfall. Das Programm umfasst zudem eine Einführung in die polizeilichen Abläufe, damit die Bürger verstehen, wie Protokolle erstellt und Befragungen durchgeführt werden, was ihnen hilft, sich bei der Anzeigeerstattung sicherer zu fühlen.





