ArcelorMittal behauptet seine Position in Luxemburg

yasin hemmati, Unsplash
Das Management von ArcelorMittal hat beim Neujahrsempfang des Unternehmens in Differdange erneut auf die gravierenden Herausforderungen hingewiesen, denen sich die europäische Stahlindustrie gegenübersieht. Der Hauptfaktor, der Druck auf die Branche ausübt, ist das rasante Produktionswachstum in Asien: China hat derzeit einen Anteil von rund 55 % an der weltweiten Stahlproduktion. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb aus den USA, wodurch sich der Spielraum für europäische Hersteller verringert.
Vor diesem Hintergrund betont ArcelorMittal die Bedeutung Luxemburgs als strategischer Standort. Trotz seiner im globalen Vergleich relativ bescheidenen Produktionsmenge produziert das Land jährlich rund zwei Millionen Tonnen Stahl und bleibt ein wichtiges Glied in der europäischen Produktionskette.
Pierre Jacobs, CEO von ArcelorMittal Long Products Luxembourg, wies darauf hin, dass luxemburgische Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Versorgung der europäischen und globalen Märkte mit Walzprodukten, Trägern und Schienen spielen. Seinen Angaben zufolge beschäftigt Long Products Luxembourg rund 2.000 Mitarbeiter, und angesichts des Umfangs der aktuellen Investitionen ist er vorsichtig optimistisch, was die Aussichten angeht.
Die Modernisierung bleibt ein wichtiger Schwerpunkt. Der metallurgische Komplex im Gebiet Belval wird derzeit komplett überholt. Vor kurzem wurden hier ein neuer Lichtbogenofen und eine Vakuumentgasungsanlage in Betrieb genommen, die die Produktqualität verbessern und die Emissionen reduzieren werden. Im zweiten Quartal des Jahres plant das Unternehmen, die Arbeiten zur Anpassung des Gießbereichs fortzusetzen, wodurch die Effizienz des gesamten Produktionszyklus gesteigert werden soll.
Gleichzeitig wird in Dudelange ein Umweltprojekt im Wert von 23 Millionen Euro umgesetzt. Es zielt darauf ab, Staub zu binden, der bei verschiedenen Produktionsprozessen entsteht. Das Ziel des Projekts ist es, bis zu 85 % des gesamten Staubs zu sammeln, was die wachsende Aufmerksamkeit der Branche für Umweltstandards und den sozialen Druck seitens der Regulierungsbehörden und lokalen Gemeinden widerspiegelt.
Das Unternehmen legt besonderen Wert auf Arbeitssicherheit. ArcelorMittal hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2027 „null Todesfälle” zu erreichen, was bedeutet, tödliche Unfälle am Arbeitsplatz vollständig zu vermeiden. In Luxemburg wurden zu diesem Zweck zahlreiche Schulungsprogramme ins Leben gerufen, die sowohl Mitarbeiter des Unternehmens als auch Auftragnehmer umfassen. Dieser Ansatz zeigt, dass angesichts des harten internationalen Wettbewerbs Fragen der Sicherheit und Nachhaltigkeit für die Stahlbranche ebenso wichtig werden wie wirtschaftliche Effizienz.





