Die Inflation war das Hauptthema der trilateralen Gespräche

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Die luxemburgische Regierung hielt im Château de Senningen die erste Runde der Dreiergespräche mit Gewerkschaften und Arbeitgebern ab. Das Hauptthema des Tages war die Eindämmung der Preissteigerungen. Premierminister Luc Frieden stellte ein Maßnahmenpaket vor, das darauf abzielt, die Energiekosten zu senken, die Inflation insgesamt zu bremsen und die Unterstützung für die Bürger im Rahmen der grünen Wende zu verstärken. Das vorgeschlagene Maßnahmenpaket umfasst nicht nur direkte Subventionen für den Kauf von Energieressourcen, sondern auch steuerliche Instrumente zur Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung. Der Regierungschef bezeichnete die Diskussionen als komplex und betonte, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht auf einhellige Zustimmung aller Seiten stoßen. Nora Back, Präsidentin des OGBL, merkte an, dass die nun vorgelegten Vorschläge einer detaillierten wirtschaftlichen Analyse bedürfen.
Die Notwendigkeit sofortiger Maßnahmen ergibt sich aus den Besonderheiten des nationalen Lohnindexierungssystems. Michel Reckinger, Präsident des Verbandes der luxemburgischen Unternehmen (UEL), wies darauf hin, dass selbst der derzeitige moderate Anstieg der Energiepreise den Beginn der nächsten Runde automatischer Lohnerhöhungen immer näher rückt. Nach aktualisierten Prognosen von Statec steht Luxemburg bis Ende des Jahres eine weitere obligatorische Lohnindexierung bevor, nachdem bereits im Juni eine Erhöhung beschlossen wurde.
Dennoch hat Tom Haas, Direktor bei Statec, einen Rückgang der Volatilität an den Rohstoffbörsen festgestellt. Derzeit hat sich der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl bei rund 90 Dollar stabilisiert, nach einem Höchststand von 120 Dollar im März, was auf Optimismus bei den Anlegern hindeutet. Trotz des vorsichtigen Optimismus der Märkte haben die Analysten der Agentur ein Stressszenario für den Fall einer anhaltenden geopolitischen Krise ausgearbeitet. Nach Berechnungen der Ökonomen würde ein langwieriger Konflikt bereits in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts des Landes um 1 % auslösen. Mittelfristig würde dies bis 2027 zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit auf über 6,6 % und einer Verschlechterung der Haushaltskennzahlen führen. Im nächsten Jahr könnte das Haushaltsdefizit sehr nahe an die kritische Schwelle von 3 % des BIP heranreichen, während der Ministerpräsident die Aufrechterhaltung der Stabilität der öffentlichen Finanzen ausdrücklich als Priorität bezeichnet hat.
Trotz der Schwere der Herausforderungen kündigten die Teilnehmer des Treffens nach mehreren Monaten erbitterter Auseinandersetzungen die Wiederaufnahme eines konstruktiven sozialen Dialogs an. Patrick Dury, Präsident des LCGB, bezeichnete die jüngsten Verhandlungen als deutlich produktiver als die Treffen der vergangenen zweieinhalb Jahre. Dennoch weigern sich die Vertreter der Arbeiterschaft, die endgültige Vereinbarung zu unterzeichnen, solange die Regierung keine vollständige Liste der gesetzgeberischen Maßnahmen vorlegt. Ein endgültiger Kompromiss zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften ist noch nicht erzielt worden, da die weitere Agenda für die makroökonomischen Diskussionen sozial sensible Bereiche wie die Reform des Wohnungsrechts und die Überprüfung des Mindestlohns umfasst.





