Luxemburg bereitet sich auf eine neue Ära der Online-Erklärungen vor

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Die luxemburgische Steuerverwaltung bereitet sich auf einen umfassenden technologischen Wandel vor. Jean-Paul Olinger, Direktor der Direkten Steuerverwaltung (Administration des contributions directes), legte der Abgeordnetenkammer (Chambre des députés) einen Reformplan vor, der darauf abzielt, das Steuersystem bis 2028 „gerechter und effizienter” zu gestalten.
Die wichtigste Entscheidung besteht darin, die Weiterentwicklung proprietärer Software zugunsten des Kaufs eines fertigen kommerziellen Produkts aufzugeben. Das Projekt ist groß angelegt: Die Kosten werden 60 Millionen Euro übersteigen, was bedeutet, dass ein separates Gesetz zur Finanzierung erforderlich sein wird. Die Regierung beabsichtigt, den entsprechenden Text dem Parlament zur Prüfung vorzulegen und innerhalb kurzer Zeit eine europaweite Ausschreibung zu starten. Eine der grundlegenden Bedingungen ist, dass der Anbieter in Europa vertreten sein muss, was den Wunsch nach technologischer Souveränität und einer Verringerung externer Risiken widerspiegelt.
Das Thema Datenschutz stand im Mittelpunkt der Diskussion. Laut Olinger wird das Entwicklerunternehmen keinen Zugriff auf die persönlichen Daten der Steuerzahler haben: Die Daten werden ausschließlich in einer „sicheren Umgebung“ verarbeitet.
Das neue Tool soll bereits 2027 in Betrieb genommen werden. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2028 sollen 85 % der Steuererklärungen elektronisch eingereicht werden, während dieser Anteil derzeit kaum 25 % erreicht.





