Luxemburg ist nicht mehr die „europäische Tankstelle“

Mohamed Elwaid, Unsplash
Seit dem Sommer 2024 waren die Kraftstoffpreise an Tankstellen in ganz Europa – abgesehen von geringfügigen Schwankungen – stetig gesunken. Ende Februar änderte sich die Lage jedoch dramatisch, als US-Militäraktionen gegen den Iran einen starken Anstieg der Energiepreise auslösten. Ein entscheidender Faktor für diese Instabilität war die Verschärfung der Lage in der Straße von Hormus – einer wichtigen logistischen Verkehrsader, über die rund 20 Prozent des weltweiten Handels mit Kohlenwasserstoffen abgewickelt werden.
Obwohl Luxemburg traditionell durch seine im regionalen Vergleich niedrigen Kraftstoffpreise auffällt, hat sich das Land als einer der am stärksten von der Krise betroffenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union erwiesen. Während die Kraftstoffpreise im März um 15 Prozent stiegen, legten sie im April um 33,8 Prozent zu. Dies war die höchste Steigerungsrate in der gesamten EU und übertraf sogar die Preisentwicklung in Frankreich, wo der Anstieg bei 29,3 Prozent lag.
In den folgenden Monaten setzte sich der Trend zu immer stärkeren Preisanstiegen im Großherzogtum fort. Im Mai stiegen die Kraftstoffpreise um 32,2 Prozent und lagen damit an zweiter Stelle hinter Bulgarien mit einem Anstieg von 33,9 Prozent, während der Durchschnitt in der Europäischen Union bei 20,7 Prozent lag. Bis Juni war die Preissteigerungsrate in Luxemburg auf 20,7 Prozent gesunken, lag jedoch immer noch deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 13,7 Prozent.





