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Luxemburg am Scheideweg: vier Szenarien zur Rentenreform der Idea Foundation

Zuletzt aktualisiert
04.04.25
Pensions in Luxembourg

Getty Images

Angesichts der prognostizierten Defizite ab 2026 und einer alternden Bevölkerung hat die Idea-Stiftung vier mögliche Szenarien für die Reform des luxemburgischen Rentensystems veröffentlicht. Das Dokument wurde am 3. April vorgestellt und markiert die nächste Etappe in der Debatte über die Zukunft der sogenannten ersten Säule, der staatlichen Rente, auf die die meisten Angestellten des Landes angewiesen sind.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Muriel Bouchet, Autorin der Studie, betonte: "Je länger wir die Reform hinauszögern, desto härter wird es in der Zukunft". Es wird geschätzt, dass sich die Anpassungen verdoppeln oder verdreifachen müssen, wenn wir in 20 Jahren mit der Reform beginnen. Die Ministerin für Sozialschutz, Martine Deprez, hat sich bereits geäußert: "Es ist nicht möglich, die Dinge so zu belassen, wie sie sind."

Eichhörnchen-Szenario: Sparen und Geld sparen

Der härteste Weg bietet strenge finanzielle Disziplin - daher der Name, der mit Horten verbunden ist. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:

  • Die Streichung oder Kürzung der jährlichen Zulage (980 €) für Rentner mit hohem Einkommen;
  • Überarbeitung des Indexierungsmechanismus: Die Kopplung der Renten an die Lohnentwicklung wird abgeschwächt;
  • Übergang zum "50+1"-System, bei dem der Anteil des festen Teils der Rente steigt und der auf der Grundlage der Einkünfte berechnete Anteil sinkt;
  • eine Erhöhung der Pflegeversicherungsbeiträge anstelle einer allgemeinen Erhöhung der Sozialabgaben;
  • Verlagerung der Verwaltungskosten des CNAP auf den Staatshaushalt.

Effekt: Die Kaufkraft älterer Menschen mit niedrigen Renten (etwa 2.500 €) wird weiter steigen. Und für Bezieher von 9.000 € und mehr wird die Rente real sinken. All dies dient dazu, die Rentenreserven zu erhalten, um die Zahlungen von 2-4 Jahren zu decken.

Das soziale Szenario: Gerechtigkeit an erster Stelle

Die Alternative zu Squirrel ist ein Szenario mit sozialer Verteidigung. Es beinhaltet:

  • Beibehaltung der zusätzlichen Zahlungen (980 €) für Rentner mit Mindesteinkommen;
  • Anhebung der Mindestrente bei voller Dienstzeit um 10 % (auf ca. 2.530 €);
  • Die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze (13.000 €), die Gutverdiener dazu verpflichten würde, anteilige Beiträge auf ihr gesamtes Einkommen zu leisten.

Diese Option zielt insbesondere darauf ab, die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Renten zu beseitigen: Die Mehrheit der Bezieher von Mindestrenten sind Frauen. Höhere Renten würden langsamer steigen oder sogar gekürzt werden. Wie Boucher feststellte, "kehrt dieser Ansatz die Logik des vorherigen um".

Szenario des Erwachsenwerdens: längere Arbeitszeiten

In Luxemburg verbringen die Rentner durchschnittlich 25 Jahre im Ruhestand - eine der höchsten Raten in der EU. Dieses Szenario legt nahe:

  • schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters;
  • Erhöhung der für den Eintritt in den Ruhestand erforderlichen Dienstzeit;
  • Einführung eines "Langlebigkeitsfaktors", damit die Renten nicht schneller steigen, als das System es sich leisten kann;
  • flexibler Übergang in den Ruhestand: Teilentnahme, aufgeschobene Entnahmeprämien, reduzierte Beschäftigung in den letzten Phasen der Laufbahn.

Vorteil: Die Renten werden aufgrund der zusätzlichen Dienstzeit höher sein, während das System ausgeglichen bleibt. Problem: Dies widerspricht der derzeitigen Position der Regierung, die versprochen hat, das Rentenalter nicht über 65 Jahre anzuheben.

4. Autopilot-Szenario: Mechanik ohne Politik

Der "technischste" Weg: Einrichtung eines automatischen Systems zur Anpassung der Beiträge und Zahlungen in Abhängigkeit vom Haushaltssaldo. Bei einem Defizit wird die Korrektur ausgelöst, bei einem Überschuss "schläft" das System.

Minus: Ohne politisches Eingreifen könnten die Renten bis 2050 um bis zu 20 % unter die derzeitigen Prognosen fallen. Diese Option garantiert die langfristige finanzielle Tragfähigkeit, erfordert aber politische Puffer, um die negativen Auswirkungen abzumildern.

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04.04.25

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex