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Luxtoday

Luxemburg beschleunigt Entscheidungen über Migranten

Zuletzt aktualisiert
15.01.26
Immigrants in Luxembourg, ONA

Joseph Lockley, Unsplash

Der luxemburgische Innenminister Léon Gloden hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der darauf abzielt, den Europäischen Pakt für Migration und Asyl auf nationaler Ebene umzusetzen. Dieses Thema ist für das Großherzogtum von besonderer Bedeutung: Das Land liegt in der EU an zweiter Stelle hinsichtlich der Zahl der aufgenommenen Migranten pro Kopf, an dritter Stelle hinsichtlich der Zahl der Sekundärmigrationen innerhalb der Union und an sechster Stelle hinsichtlich der Zahl der Asylanträge pro Kopf im Jahr 2024. Diese Zahlen machen Luxemburg zu einem der am stärksten in das europäische Migrationssystem eingebundenen Länder.

Bereits im Dezember 2024 skizzierte die Regierung die wichtigsten Bereiche, in denen Veränderungen für die Umsetzung des Pakts erforderlich sind, dessen Bestimmungen größtenteils am 12. Juni in Kraft treten werden. Dazu gehören Anpassungen der Infrastruktur, des Rechtsrahmens und der digitalen Instrumente. Der Pakt selbst sieht die Harmonisierung der Asylverfahren, strengere Kontrollen an den Außengrenzen der EU und die Einführung einer verbindlichen Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten vor.

Eines der zentralen Elemente der Reform wird eine Überprüfung des Ansatzes zur Aufnahme von Migranten und zur Beschleunigung der Rückführungsverfahren für diejenigen sein, die die Kriterien für Schutz nicht erfüllen. Laut Léon Gloden setzt das neue europäische Dokument logischerweise den Kurs der Regierung einer „verantwortungsvollen Einwanderungs- und Asylpolitik” fort. Er betont, dass diejenigen, die Anspruch auf Schutz haben, so schnell wie möglich einen Status erhalten und in die Gesellschaft integriert werden sollten, während ein längerer Aufenthalt von Menschen ohne Aussicht auf Legalisierung sowohl für sie als auch für den Staat als ineffektiv angesehen wird.

In diesem Zusammenhang lobte der Minister die Arbeit der Maison du retour volontaire (Haus der freiwilligen Rückkehr). Die Einrichtung hat eine Kapazität für 170 Personen, beherbergt derzeit jedoch nur etwa 60. Das Programm bietet Migranten fachliche Unterstützung und Hilfe bei der Rückkehr in ihr Herkunftsland oder ein Drittland und damit die Möglichkeit, ein neues Leben zu beginnen. Gleichzeitig betonen die Behörden, dass in Fällen, in denen eine freiwillige Rückkehr nicht möglich ist, das Verfahren der zwangsweisen Ausweisung angewendet wird.

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Zuletzt aktualisiert
15.01.26

Fotos aus diesen Quellen: Joseph Lockley, Unsplash

Autoren: Alex Mort