Unisex-Toiletten in Schulen haben eine Welle der Kritik ausgelöst.

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Die CSV-Partei hat sich entschieden gegen ein Pilotprojekt der Regierung ausgesprochen, das vorsieht, getrennte Schultoiletten in neuen Schulgebäuden durch Unisex-Toiletten zu ersetzen. Die Initiative wurde von Yuriko Backes, Ministerin für Gleichstellung und Vielfalt der Demokratischen Partei (DP), während der Diskussionen im parlamentarischen Ausschuss für LGBTIQ+-Fragen vorgestellt.
Das Projekt wurde als Maßnahme zur Bekämpfung von Mobbing und Belästigung in Schulen konzipiert. Die Reaktionen darauf fielen jedoch viel kritischer aus, als die Behörden erwartet hatten. In Umfragen, die RTL-Journalisten unter Schülern durchgeführt hatten, gaben viele Teenager an, dass sie gemeinsame Toiletten als Verletzung der Privatsphäre empfinden. Getrennte Einrichtungen für Mädchen und Jungen seien keine Form der Diskriminierung, sondern würden als natürliche und verständliche Norm wahrgenommen. Einige äußerten direkt Bedenken hinsichtlich möglicher unangemessener Verhaltensweisen in solchen Räumen.
Das Bildungsministerium hingegen beharrt darauf, dass das neue Konzept den Datenschutz sogar verbessert. Der hochrangige Ministerialbeamte Christian Ginter erklärte, dass es sich hierbei nicht um Gemeinschaftsräume im üblichen Sinne handele, sondern um vollständig isolierte Einzelkabinen ohne Urinale oder offene Bereiche. Seiner Meinung nach sollte dies versteckte Filmaufnahmen verhindern, Aggressionen und Vandalismus reduzieren und somit das Sicherheitsgefühl erhöhen.
Gleichzeitig betont das Ministerium, dass die Schulen ihre Entscheidungsfreiheit behalten und auf Wunsch die geschlechtsspezifische Toilettenbeschilderung beibehalten können. Diese Erklärungen haben die Spannungen jedoch nicht gemildert. In den sozialen Medien wird lebhaft über die Risiken möglicher Belästigungen, insbesondere gegenüber Mädchen, diskutiert.
Der nationale Elternverband bestätigt einen Anstieg alarmierender Meldungen. Sein Präsident Alain Massen weist darauf hin, dass die Pubertät an sich schon eine sensible Phase ist und viele Familien nicht bereit sind, die Idee gemeinsamer Toiletten zu akzeptieren. Nach Ansicht der Organisation ist ein Kompromiss nur möglich, wenn neben den traditionellen getrennten Einrichtungen auch Unisex-Kabinen vorhanden sind.
Die politische Haltung der CSV bleibt unverändert. Die Partei vertritt die Ansicht, dass Kinder und Jugendliche klare Regeln und stabile Leitlinien benötigen, insbesondere wenn es um intime Bereiche geht. Der Abgeordnete Ricardo Marques fügte hinzu, dass die Forderung nach Unisex-Toiletten nicht zu den Anliegen der Bürger gehörte, die ursprünglich zu den parlamentarischen Diskussionen geführt hatten.
Derzeit ist noch unklar, ob die Initiative auf ein Pilotprojekt beschränkt bleibt, welche Schulen davon betroffen sein werden und ob dieses Modell letztendlich verbindlich vorgeschrieben werden könnte. Die Diskussion zeigt, dass sich die Frage der schulischen Infrastruktur im Zusammenhang mit der Geschlechterpolitik als wesentlich sensibler erwiesen hat, als ihre Urheber erwartet hatten.





