Das Wetter löste im Parlament eine hitzige Debatte aus

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Das luxemburgische Parlament hielt eine Sitzung ab, die den Vorbereitungen des Landes auf künftige Phasen extremer Temperaturen gewidmet war. Obwohl sich die Vertreter der meisten Parteien hinsichtlich der Ernsthaftigkeit des Themas einig waren, kam es nach Äußerungen des Vorsitzenden der ADR-Fraktion zu einer hitzigen Debatte.
Fred Keup war der einzige Redner, der die hohen Temperaturen nicht als Grund zur Sorge ansah, und merkte an, dass frühere Generationen einen solchen Temperaturanstieg begrüßt hätten. Gleichzeitig betonte der Politiker, dass der lokale Temperaturanstieg eine konkrete Ursache habe: Der Anteil der bebauten Fläche im Land sei von 5 Prozent im Jahr 1990 auf heute 12 Prozent gestiegen. Seiner Ansicht nach sei das Bevölkerungswachstum der Hauptfaktor für diese Veränderungen.
Als Reaktion auf diese Äußerungen kritisierte Djuna Bernard von der Grünen Partei (déi Gréng), die die Debatte angestoßen hatte, die Haltung ihres Gegenübers scharf. Sie erklärte, die Diskussion ziele darauf ab, die schutzbedürftigsten Mitglieder der Gesellschaft zu schützen, die in den letzten Wochen in staatlichen Einrichtungen stark gelitten hätten. Bernard forderte die Ausarbeitung leicht verständlicher Hitzeschutzpläne für jede öffentliche Einrichtung und wies darauf hin, dass die Installation von Klimaanlagen Teil der Lösung des Problems sei.
Die anderen Abgeordneten konzentrierten sich hingegen auf bestimmte Risikogruppen und Mängel in der Infrastruktur. Marc Baum, ein Vertreter der Partei „déi Lénk“, machte auf die harten Arbeitsbedingungen der Arbeiter aufmerksam, die beim Asphaltieren oder beim Bau von Gebäuden im Freien arbeiten müssen, ohne die Möglichkeit zu haben, Schatten zu suchen. Marc Goergen von der Piratenpartei hob seinerseits die verpassten Chancen des Staates hervor und erinnerte daran, dass die parlamentarische Mehrheit bereits im Jahr 2020 seinen Vorschlag abgelehnt hatte, eine Sommerkampagne zur Unterstützung von Obdachlosen nach dem Vorbild der Winterkampagne zu organisieren. Als Sofortmaßnahme auf kommunaler Ebene schlug er vor, leerstehende Kulturzentren für diejenigen zu öffnen, die Schutz vor extremen Temperaturen suchen.
CSV-Sprecher Ricardo Marques wies darauf hin, dass der Klimawandel schneller voranschreite, als sich die Infrastruktur des Landes daran anpassen könne. Er warnte zudem, dass dieser Sommer kühler ausfallen könnte als künftige Sommer. Mandy Minella von der DP lenkte die Aufmerksamkeit auf ältere Menschen und schlug vor, dass das Familienministerium zügiger handeln sollte – beispielsweise durch die Einrichtung eines Systems regelmäßiger Kontrollen bei alleinlebenden Menschen.
Zum Abschluss der Debatte äußerte die LSAP-Fraktionsvorsitzende Taina Bofferding (Taina Bofferding) Zweifel daran, dass die Regierung die Situation ernst genug genommen habe, da das nationale Krisenmanagementteam nie einberufen worden sei und die Koordination lediglich auf der Ebene der Beamten stattgefunden habe. Dennoch erklärte Gesundheitsministerin Martine Deprez, dass die Versorgungskette des Landes zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Sie bezeichnete die jüngste Hitzewelle eher als Stresstest denn als Katastrophe.





