Syvicol gegen neue ethische Standards

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Der Verband der Städte und Gemeinden Luxemburgs (Syvicol) hat den vom Innenministerium ausgearbeiteten Entwurf für Änderungen der kommunalen Gesetzgebung scharf kritisiert. Der Hauptstreitpunkt war der neue Verhaltenskodex für gewählte Kommunalpolitiker. Obwohl Syvicol selbst zuvor für eine Systematisierung der Verhaltensregeln plädiert hatte, wurde die aktuelle Fassung des Dokuments als „übertrieben” und „aufdringlich” bezeichnet.
Der Präsident von Syvicol, Emile Eicher, betonte, dass die ethischen Standards für Gemeinderäte mit den Regeln der Abgeordnetenkammer synchronisiert werden sollten, aber nicht strenger als diese sein dürften. Die Verpflichtung, die Mitgliedschaft in Verbänden und öffentlichen Organisationen anzugeben, stieß auf besondere Unzufriedenheit. Nach Ansicht des Ausschusses ist eine solche Transparenz übertrieben, da die Teilnahme am Leben der lokalen Gemeinschaften Teil des Privatlebens der Bürger ist und selbst für nationale Parlamentarier nicht meldepflichtig ist.
Auch das Thema Geschenke wurde diskutiert. Der Gesetzentwurf sieht eine Obergrenze von 150 Euro vor, was Syvicol für akzeptabel hält. Der bürokratische Aspekt hat jedoch zu Kontroversen geführt:
- Sie wollen die Abgeordneten dazu verpflichten, ein Register zu führen, in dem der Spender, der Zeitpunkt der Lieferung und der geschätzte Wert jedes Artikels angegeben sind.
- Emile Eicher merkte an, dass traditionelle Geschenke wie Blumensträuße oder Flaschen luxemburgischen Weins offensichtlich weniger wert sind als der festgelegte Schwellenwert, und die Verpflichtung, sie in Listen zu erfassen, absurd erscheint.
- Der Verband besteht darauf, dass eine Meldung nur in den seltenen Fällen erforderlich sein sollte, in denen der Wert des Geschenks die Grenze deutlich überschreitet und der Beamte daher erhöhte Vorsicht walten lassen muss.
Trotz Kritik an der ethischen Komponente bekundete Syvicol seine volle Unterstützung für einen anderen Teil der Regierungsinitiative – die Verlängerung der Dauer des politischen Urlaubs. Diese Änderung wird es den Kommunalvertretern ermöglichen, mehr Zeit für öffentliche Aktivitäten aufzuwenden, ohne ihre Haupttätigkeit zu beeinträchtigen, was den langjährigen Forderungen des Verbandes entspricht.





