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Xavier Bettel hat die Außenpolitik der EU kritisiert

Zuletzt aktualisiert
31.08.26
Ксавье Беттель в Люксембурге

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Der luxemburgische Außenminister Xavier Bettel äußerte sich zum Ergebnis des Referendums in Island, bei dem 52,8 Prozent der Bürger gegen die Wiederaufnahme der Verhandlungen über einen Beitritt zur Europäischen Union gestimmt hatten. Nach Ansicht des Diplomaten muss dieses Ergebnis respektiert werden, trotz der tiefen Integration des Landes durch den Binnenmarkt und den Schengen-Raum. Gleichzeitig sollten die Ergebnisse der Abstimmung Anlass zum Nachdenken innerhalb der Union selbst geben, wo es eine zunehmende Tendenz gibt, Brüssel für alle auftretenden Probleme verantwortlich zu machen.

Xavier Bettel betonte, dass die EU den Erweiterungsprozess nicht aus geopolitischen Gründen überstürzen sollte. Alle Beitrittskandidaten, darunter die Ukraine, Moldawien, Montenegro und die Westbalkanstaaten, müssen die Kopenhagener Kriterien vollständig erfüllen. Derzeit macht Montenegro die größten Fortschritte, während die Ukraine und Moldawien noch einen langen Weg vor sich haben. Der Diplomat lehnte den Vorschlag des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz ab, Zwischenformen der Mitgliedschaft („Teilmitgliedschaft“) einzuführen, und führte die aktuellen Schwierigkeiten in den Beziehungen zu Ungarn als Beispiel für die Risiken an, die mit der Aufnahme von Ländern verbunden sind, bevor alle Reformen abgeschlossen sind.

Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern des Blocks schwächen dessen Position auf der internationalen Bühne erheblich. Xavier Bettel bedauerte, dass es innerhalb der EU nicht einmal eine einfache Mehrheit gab, um Sanktionen gegen die israelischen Minister Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich wegen ihrer harschen Äußerungen gegenüber palästinensischen Zivilisten zu verhängen.

Aufgrund der festgefahrenen Situation bei Entscheidungen auf gesamteuropäischer Ebene prüft Luxemburg die Möglichkeit, nationale Handelsbeschränkungen gegenüber den besetzten palästinensischen Gebieten einzuführen, was Änderungen an den Rechtsvorschriften von 2018 erfordern würde. Dennoch mahnte der Diplomat, die Bedeutung dieser Maßnahmen nicht zu überschätzen: Luxemburgs jährlicher Handelsumsatz mit Palästina beläuft sich auf weniger als 15.000 Euro, während der gesamte Handel der EU mit allen palästinensischen Gebieten 55 Millionen Euro nicht übersteigt. Folglich sind solche Schritte rein symbolischer Natur. Das Hauptproblem der EU-Diplomatie bleibt die Diskrepanz zwischen ihrer Rhetorik und ihren tatsächlichen Einflussmöglichkeiten – eine Situation, die Xavier Bettel mit „einem Hund, der laut bellt, aber keine Zähne hat“ verglich.

Mit Blick auf den Konflikt mit dem Iran äußerte der luxemburgische Außenminister Zweifel an der Wirksamkeit militärischen Drucks auf Teheran. Er wies darauf hin, dass die Feindseligkeiten ohne internationales Mandat begonnen hätten und dass sich die Erwartung eines raschen Zusammenbruchs des theokratischen Regimes als falsch erwiesen habe. Infolgedessen könnte äußerer Druck lediglich dazu führen, die Position der iranischen Behörden zu stärken.

Dennoch darf die internationale Gemeinschaft nicht zulassen, dass der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus erlangt oder von den dort durchfahrenden Schiffen Mautgebühren verlangt. Jede mögliche Blockade oder Monopolisierung dieser strategischen Route würde einen gefährlichen Präzedenzfall für die globale Logistik schaffen. Dies würde nicht nur zu einem Anstieg der Ölpreise führen, sondern auch zu höheren Kosten für Düngemittel, was sich direkt auf die Lebensmittelpreise auswirken und die ärmsten Länder am härtesten treffen würde.

Mit Blick auf den Popularitätsanstieg rechtsextremer Parteien in Europa, wie beispielsweise der „Alternative für Deutschland“ (AfD), sowie der von Marine Le Pen in Frankreich und Nigel Farage im Vereinigten Königreich angeführten Bewegungen forderte der Diplomat die etablierten Parteien auf, die tatsächlichen Sorgen der Wähler zu analysieren, anstatt deren Ansichten einfach abzutun.

Als Beispiel nannte er das Thema der öffentlichen Sicherheit und die Wahrnehmung in der Bevölkerung, dass Straftäter ungestraft davonkommen. Als Reaktion auf diese Bedenken plant Luxemburg die Einführung eines beschleunigten Gerichtsverfahrens für eine Reihe von Straftaten. Xavier Bettel betonte, dass „Straflosigkeit der größte Feind der Demokratien“ sei und dass das Fehlen strenger staatlicher Kontrolle unweigerlich zur Stärkung radikaler politischer Kräfte führe.

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31.08.26

Fotos aus diesen Quellen: Website der Demokratischen Partei

Autoren: Alex Mort