Cattenom will zwei weitere Reaktoren; Luxemburg ist besorgt

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Im Januar 2023 erklärte Bernard Zenner, der ehemalige Bürgermeister der französischen Gemeinde Cattenom, es sei ratsam, im örtlichen Kernkraftwerk zwei Reaktoren der neuen Generation vom Typ EPR2 zu installieren. Kurz darauf kündigte die französische Regierung Pläne zur Inbetriebnahme von sechs solcher Reaktoren an, mit der Option, weitere acht zu bauen. Die Standorte für die ersten sechs Reaktoren stehen bereits fest – sie sollen paarweise im Kernkraftwerk Penly in der Normandie, in Gravelines im Norden des Landes und in Bugey im Departement Aisne errichtet werden. Gleichzeitig wird noch über die Verteilung der zusätzlichen acht Blöcke diskutiert. In diesem Zusammenhang haben die lokalen Behörden im Departement Moselle Cattenom offiziell als Kandidatenstandort vorgeschlagen, mit Blick auf die langfristige Modernisierung der Energieinfrastruktur und den geplanten Ersatz der veralteten Kapazitäten des Kraftwerks.
Die Initiative hat starke Unterstützung seitens der französischen Wirtschaft erfahren. Sechs regionale Arbeitgeberverbände haben ein gemeinsames Schreiben an den Präfekten des Departements Moselle, die Minister für Industrie und Wirtschaft sowie an Bernard Fontana, den Vorstandsvorsitzenden des Energiekonzerns EDF, gerichtet. Die Wirtschaftsvertreter betrachten das Projekt als einen entscheidenden Faktor für die Reindustrialisierung Frankreichs, die Stärkung der Energiesouveränität und die Entwicklung neuer Kompetenzen. Sie gehen davon aus, dass der Bau der Reaktoren der Region langfristige wirtschaftliche Vorteile bringen und neue Chancen für lokale Unternehmen schaffen wird.
Trotz der ehrgeizigen Pläne der französischen Seite stößt die geplante Erweiterung des nur wenige Kilometer von der Grenze entfernten Kernkraftwerks in Luxemburg auf starken Widerstand. Die sozialistischen Abgeordneten Franz Fayot und Mars di Bartolomeo haben eine parlamentarische Anfrage eingereicht, in der sie angesichts des instabilen Betriebs des bestehenden Kraftwerks die Gründe für den Bau neuer Blöcke hinterfragen. Derzeit ist nur einer der vier Blöcke in Cattenom in Betrieb: Der zweite wurde aufgrund eines durch die Dürre verursachten Wassermangels abgeschaltet, während die beiden anderen einer planmäßigen Wartung unterzogen werden.
Abgeordnete haben die luxemburgische Regierung aufgefordert, klarzustellen, ob derzeit Verhandlungen mit den französischen Behörden über Pläne zum Ausbau des Kernkraftwerks und zur Verlängerung seiner Betriebsdauer stattfinden. Neben den Politikern hat sich auch das luxemburgische Anti-Atomkraft-Komitee in den Prozess eingeschaltet. Die Organisation hat sich offiziell an das Kabinett gewandt und gefordert, die spezielle französisch-luxemburgische Arbeitsgruppe wieder einzusetzen, die nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima zur Überwachung der nuklearen Sicherheit eingerichtet worden war.





