facebook
Luxtoday

Dem Flughafen Luxemburg wird unlauterer Wettbewerb vorgeworfen

Zuletzt aktualisiert
15.06.26
Luxembourg airport

Getty Images

Die französische Region Grand Est kritisiert den luxemburgischen Flughafen Findel und wirft ihm vor, Bedingungen für unlauteren Wettbewerb zu schaffen. Laut der Vizepräsidentin der Region, Brigitte Torloting, liegt das Hauptproblem in den unterschiedlichen Steuerbelastungen. Während in Frankreich eine Gebühr von 20 Euro pro Passagier erhoben wird – eine für Fluggesellschaften erhebliche Summe –, gibt es in Luxemburg keine derartigen Flughafengebühren. Infolgedessen behindern die attraktiveren Bedingungen des luxemburgischen Flughafens den Abschluss von Verträgen, die die Situation des französischen Flughafens verbessern könnten.

Ein aktueller Bericht des regionalen Rechnungshofs hat jedoch ergeben, dass der französische Flughafen ein strukturelles Defizit von über 4 Millionen Euro aufweist. Trotz dieser Zahlen betont Brigitte Torloting, die auch Bürgermeisterin der Gemeinde Louvigny ist, dass eine Schließung der Anlage derzeit nicht zur Debatte steht. Stattdessen schlagen die regionalen Behörden eine Lösung vor, die angesichts der aktuellen Kritik paradox erscheint: den Ausbau der Zusammenarbeit mit Akteuren der luxemburgischen Luftfahrtbranche. Die Idee ist, Inlandsflüge nach Frankreich wieder aufzunehmen, beispielsweise nach Nizza, was angesichts der Verkehrsprobleme auf der Autobahn A31 besonders relevant ist. Eine solche Partnerschaft könnte auch das Risiko von Überlastungen am Flughafen Luxemburg verringern, der im Jahr 2025 5,2 Millionen Passagiere abgefertigt hat.

Bislang gibt es jedoch seitens Luxemburgs keinerlei Anzeichen für Begeisterung für dieses Projekt. Das Ministerium für Mobilität des Landes unter der Leitung von Yuriko Backes weigert sich, sich an der Debatte zu beteiligen, und erklärt, dass die Flughafengebühren in strikter Übereinstimmung mit der europäischen und nationalen Gesetzgebung festgelegt werden. Alexander Flassak, CEO von lux-Airport, fügte hinzu, dass alle geltenden Tarife auf der offiziellen Website des Flughafens öffentlich einsehbar sind. Die nationale Fluggesellschaft Luxair erklärte ihrerseits, dass eine Partnerschaft mit dem französischen Flughafen derzeit keine Priorität für das Unternehmen habe. Die Fluggesellschaft verwies auf schwierige Betriebsbedingungen aufgrund erheblichen regulatorischen und energetischen Drucks, die die langwierigen Verhandlungen praktisch zum Stillstand gebracht hätten.

Feedback senden
Zuletzt aktualisiert
15.06.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort