Luxemburg gewann bei den WorldSkills 2026 eine Medaille

© Sibila Lind
Die WorldSkills-Weltmeisterschaft 2026 in Shanghai war eine der größten in der Geschichte: Der Wettbewerb fand auf einer Fläche von 400.000 Quadratmetern statt und zog rund 800.000 Besucher an. An vier Tagen traten 1.400 Teilnehmer aus 65 Ländern in 64 Disziplinen gegeneinander an. Am Ende des Wettbewerbs wurde der 21-jährige Jannik Bares aus Luxemburg in der Kategorie „Sanitär- und Heizungsinstallation“ mit einer Medaille für Professionalität ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird an Teilnehmer verliehen, die zwar nicht unter den ersten drei landeten, aber herausragende Ergebnisse und hohe Endpunktzahlen erzielten. Trotz technischer Schwierigkeiten am ersten Wettkampftag schloss Jannik Bares sein praktisches Projekt mehrere Stunden vor Ablauf der offiziellen Frist ab. Sein Mentor Loïc Perrin, der ihn seit zwei Jahren betreute, lobte diese Leistung und bekundete seine Absicht, ihn für zukünftige Wettbewerbe in sein Expertenteam aufzunehmen.
Auch die anderen Mitglieder der luxemburgischen Delegation meisterten anspruchsvolle praktische Aufgaben innerhalb eines engen Zeitrahmens erfolgreich. In der Kategorie Landschaftsgestaltung entwarfen Bjarne Weber und Florian Theisen einen Garten im asiatischen Stil mit einer Brücke und stellten ihr Werk buchstäblich in den letzten fünf Minuten fertig. Die Teilnehmer legten bewusst mehr Wert auf die visuelle Ästhetik des Projekts als auf die Maximierung ihrer Punkte bei den formalen Kriterien. William Cao bestand die Prüfungen im Bereich digitales Bauen erfolgreich und hob dabei den extrem hohen Schwierigkeitsgrad des Prüfungsprojekts hervor. Der 18-jährige Karim Speidel vertrat das Land in der Kategorie Gastronomie. Er musste ein komplettes Menü mit Speisen und Getränken servieren. Bei der Ausführung der Aufgabe achtete der Teilnehmer besonders auf die Feinheiten der Etikette – insbesondere auf die Regel, Frauen am Tisch zuerst zu bedienen, was ein entscheidender Faktor bei der Beurteilung der Professionalität in diesem Kompetenzbereich ist.
In der Gesamtmedaillenwertung des Turniers dominierte das Gastgeberland China: Mehr als die Hälfte seiner Teilnehmer gewann Goldmedaillen. Auch die Nationalmannschaften aus Südkorea, Taiwan (die unter dem Namen „Chinese Taipei“ antrat) und der Schweiz erzielten starke Ergebnisse. Claudine Thoma, die technische Delegierte aus Luxemburg, betonte, dass der Gewinn einer Medaille ein direkter Beweis für die Wirksamkeit nationaler Bildungsprogramme sei. Ihrer Ansicht nach liegt das Hauptziel der Teilnahme an solchen Wettbewerben nicht nur in sportlichen Ergebnissen, sondern auch in der Ausbildung von Fachkräften für die Realwirtschaft. Aufbauend auf den gewonnenen Erfahrungen hat die luxemburgische Delegation bereits mit den Vorbereitungen für die EuroSkills-Meisterschaft begonnen, die im nächsten Jahr in Düsseldorf stattfinden wird. Dort plant die Nationalmannschaft, ihren Kader zu erweitern und ein breiteres Spektrum an Berufsfeldern abzudecken.





