Die Auswirkungen der Tragödie in der Schweiz auf das luxemburgische Nachtleben

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Der Brand in der Silvesternacht in Crans-Montana in der Schweiz, bei dem 40 Menschen starben und 119 weitere verletzt wurden, hat ganz Europa erschüttert. Die Welle der Reaktion erreichte Luxemburg, wo die Besitzer von Nachtlokalen und Veranstalter ernsthaft über Sicherheit und Risiken nachdachten, die sie zuvor lieber ignoriert hatten.
"Diese Tragödie war ein Weckruf für alle", räumt ein Vertreter des Lenox-Clubs in Luxemburg ein. Obwohl die Notwendigkeit einer Änderung schon früher diskutiert worden war, wurde erst nach den Ereignissen in der Schweiz die endgültige Entscheidung getroffen, auf den Einsatz von Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern innerhalb des Veranstaltungsortes zu verzichten. Statt einer Feuer-Extravaganz - sichere LED-Streifen in Flaschen: Der Showeffekt bleibt, das Risiko verschwindet.
Der Club betont, dass alle Innenraummaterialien - vom Teppich bis zum Sofa - streng feuerfest sind und alle Anforderungen an Fluchtwege, Treppenhausbreite, Deckenhöhe und Feuerlöscher erfüllt werden.
Renzo Bellanima, ehemaliger Besitzer der Bar Atmosphere im Stadtteil Hollerich, erinnert sich daran, dass er bei seiner Eröffnung nur eine Kapazität von 450 Personen zuließ, nachdem eine zusätzliche Nottür eingebaut worden war. Er ist überzeugt, dass in Luxemburg die Besitzer der Lokale die Hauptverantwortung tragen, besteht aber auf der Notwendigkeit jährlicher Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden.
Die Besitzer des Clubs Gudde Wëllen in der Hauptstadt glauben, dass eine solche Katastrophe in ihrem Lokal unmöglich ist: Es gibt keine Pyrotechnik und die Decken sind viel höher als in dem verunglückten Club in der Schweiz. Aber selbst unter diesen Bedingungen, so betont Mitinhaber Luka Heindrichs, ist niemand vor Unfällen gefeit.





