Ein Schüler in Luxemburg terrorisierte seine Mitschüler ein Jahr lang.

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Die Geschichte, die den Norden Luxemburgs erschütterte, wirkt auf den ersten Blick wie eine Episode aus einem dramatischen Film, aber für die Schüler und Eltern einer örtlichen Grundschule wurde sie zu einem täglichen Albtraum. Ein Schüler griff regelmäßig seine Mitschüler an und zeigte das ganze Jahr über aggressives Verhalten gegenüber Lehrern. Laut einem Elternteil namens Anthony handelte es sich um „systematische Gewalt gegen die Schwächeren“. Er erinnert sich, dass der Schüler seine Opfer auf dem Weg zur Kantine in den Fluren auflauerte und jede Gelegenheit nutzte, um sie anzugreifen. Infolge dieser Vorfälle mussten drei Kinder ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Laut Anthony litten nicht nur Kinder unter den Angriffen, sondern auch Lehrer – sowohl körperlich als auch verbal. Die Eltern wandten sich wiederholt an die Schulverwaltung, die regionalen Behörden und sogar an die Polizei. Obwohl offizielle Stellungnahmen zu diesem konkreten Fall aufgrund des Datenschutzes nur begrenzt möglich sind, bestätigte das Bildungsministerium, dass der Schüler die Schule verlassen habe und Maßnahmen ergriffen worden seien.
In einer Stellungnahme zu ähnlichen Fällen im Parlament betonte Bildungsminister Claude Meisch, dass selbst vereinzelte Gewalttaten in Schulen äußerst ernst genommen werden. Er wies darauf hin, dass Aggressionen bei Kindern, insbesondere in der Grundschule, oft auf eine tiefe innere Krise hindeuten: „Gewaltausbrüche sind oft Ausdruck psychischer Belastungen.“ Daher ist der Staat verpflichtet, neben der Gewährleistung der Sicherheit der Menschen in ihrer Umgebung dem Kind auch angemessene psychosoziale Unterstützung zukommen zu lassen.
Nach Angaben des Ministeriums werden in solchen Fällen Standardverfahren aktiviert: Das Kind wird von Fachkräften begleitet, die mit Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf arbeiten, dem ESEB-Unterstützungsteam, und es ist auch möglich, über das Nationale Amt für Kinder (Office national de l'enfance – ONE) mit der Familie zusammenzuarbeiten. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann eine vorübergehende Unterbringung in einem sozialtherapeutischen Zentrum des Centre de Compétences en Développement Socio-Émotionnel (CDSE) vorgeschlagen werden.





