facebook
Luxtoday

Rekordzahl von Opfern der Arbeitsausbeutung in der EU: neue Eurostat-Daten

Zuletzt aktualisiert
03.04.25
Slavery in EU

Getty Images

Nach den jüngsten von Eurostat veröffentlichten Daten wurden im Jahr 2023 in der Europäischen Union offiziell 10 793 Opfer von Menschenhandel registriert. Dieses Verbrechen der Ausbeutung einer Person wird als schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte anerkannt, wobei das Überschreiten von Grenzen keine Voraussetzung für die Qualifizierung solcher Fälle ist. Sowohl EU-Bürger als auch Migranten sind Opfer von Menschenhandel, und jeder Fall wurde von offiziellen Stellen bestätigt oder von nationalen und internationalen Organisationen anerkannt.

Die Struktur der gemeldeten Fälle gibt besonderen Anlass zur Sorge. Frauen und Mädchen machen 63 % der Gesamtzahl der Opfer aus, während Frauen weniger als ein Viertel der des Menschenhandels Verdächtigten und Verurteilten ausmachen, nämlich 24 % bzw. 23 %. Diese geschlechtsspezifische Asymmetrie bestätigt, dass die sexuelle Ausbeutung mit fast 44 Prozent aller gemeldeten Fälle nach wie vor eine der Hauptformen dieses Delikts ist.

Den größten Anstieg gab es jedoch bei der Ausbeutung von Arbeitskräften. Im Jahr 2023 waren 36 % aller Opfer in Zwangsarbeit verwickelt - das sind 3.457 Personen. Dies ist ein Rekordhoch, wenn man bedenkt, dass der Prozentsatz zwischen 2008 und 2018 zwischen 14 % und 21 % schwankte. Seit 2019 ist ein stetiger Anstieg dieser Art von Ausbeutung zu verzeichnen - sie liegt nun bei 28-41 %, was auf einen radikalen Wandel in der Motivation und den Methoden der Täter hinweist.

Etwa 20 % der Opfer waren anderen Formen der Ausbeutung ausgesetzt, die von Organentnahme und Betrug bis zu erzwungener Bettelei oder Kriminalität reichen. Diese Formen sind zwar weniger häufig, zeigen aber die zunehmende Komplexität und Vielfalt der kriminellen Machenschaften.

Neben den Opfern meldet Eurostat auch 8.471 Verdächtige und 2.309 Verurteilungen wegen Menschenhandels. Die Agentur betont jedoch, dass die Daten je nach Land aufgrund unterschiedlicher rechtlicher Auslegungen, Erfassungsmethoden und des Grades der Umsetzung der Richtlinie 2011/36/EU, die die Bekämpfung des Menschenhandels in der EU regelt, erheblich variieren können.

Feedback senden
Zuletzt aktualisiert
03.04.25

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex