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Luxtoday

Die Behörden führen Reformen im Gesundheitswesen durch

Zuletzt aktualisiert
01.06.26
Doctors on the strike in Belgium

Getty Images

Nach langwierigen Verhandlungen hat Luxemburg einen einheitlichen Rechtsstatus für Ärzte in der Facharztausbildung (médecins en voie de spécialisation / MEVS) beschlossen. Diese Entscheidung betrifft rund 250 junge Fachärzte, die ihre medizinische Grundausbildung im Ausland absolviert haben und nun ihre Facharztausbildung in Kliniken im Großherzogtum absolvieren. Vertreter der Branche fordern seit Jahren klare Regelungen, und die neuen Maßnahmen sollen für gerechtere Arbeitsbedingungen und eine höhere Vergütung sorgen.

Die Frage der Bezahlung blieb eines der drängendsten Probleme, da Assistenzärzte derzeit eine enorme Arbeitsbelastung bewältigen müssen, darunter Bereitschaftsdienste, die Unterstützung im Operationssaal und die Überwachung des Zustands der Patienten, ihr Gehalt jedoch nicht dem Umfang der damit verbundenen Verantwortung entspricht. Nach Angaben des Luxemburger Verbands der Assistenzärzte (ALMEVS) liegt das Gehalt eines jungen Facharztes im ersten Berufsjahr bei etwa 4.000 € vor Steuern, was unter dem Verdienstniveau im benachbarten Deutschland liegt. Ursprünglich bestand der Verband darauf, dass die Gehälter an die höchste Kategorie (A1) der staatlichen Gehaltsskala angeglichen werden. Obwohl diese Forderung nicht vollständig erfüllt wurde, bestätigte die ALMEVS-Ko-Präsidentin Dr. Lisa Zangarini, dass das Grundgehalt gemäß den Vertragsbedingungen etwas höher sein wird als in Deutschland.

Ein weiterer zentraler Aspekt der Reform ist die Einführung von Arbeitszeitbeschränkungen im Einklang mit europäischen Standards. Derzeit arbeiten viele Assistenzärzte in den luxemburgischen Krankenhäusern das ganze Jahr über durchschnittlich 60 bis 80 Stunden pro Woche. Branchenexperten betonen, dass extreme Arbeitsbelastungen unweigerlich zu chronischer Erschöpfung bei Ärzten und folglich zu medizinischen Fehlern führen, die die Patientensicherheit gefährden. Die neuen Vorschriften zielen darauf ab, die Wochenarbeitszeit auf maximal 48 Stunden zu begrenzen. Die Mechanismen zur Überwachung der Einhaltung dieser Obergrenze müssen jedoch noch im Detail mit dem Luxemburger Krankenhausverband (FHL) und den zuständigen Ministerien erörtert werden.

Neben der Optimierung der Bereitschaftsdienstpläne sieht die Vereinbarung vor, dass im Rahmen des Ausbildungsplans eine feste Zeitmenge sowie ein eigenes Budget für Forschungsaktivitäten und berufliche Weiterbildung bereitgestellt werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass dies die Karriereaussichten für Ärzte im Land verbessern wird. Derzeit entscheidet sich etwa ein Drittel der luxemburgischen Medizinstudenten dafür, nach ihrem Studium an ausländischen Universitäten nicht in die Heimat zurückzukehren. Das Gesundheitssystem ist in nahezu allen Bereichen mit Personalmangel konfrontiert, doch ist die Lage im Bereich der Allgemeinmedizin besonders kritisch. Durch die Einführung eines einheitlichen Status hofft die Regierung, den nationalen Arbeitsmarkt attraktiver zu gestalten und dem Mangel an medizinischem Personal entgegenzuwirken.

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01.06.26

Fotos aus diesen Quellen: Getty Images

Autoren: Alex Mort