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Luxtoday

„De mémoire d’arbre“ erzählt die Geschichte eines Baumes

Zuletzt aktualisiert
27.04.26
Memory of a tree in Luxembourg

Tim Mossholder, Unsplash

Die Ausstellung „De mémoire d’arbre“ („Erinnerung eines Baumes“) wurde im Stadtmuseum Luxemburg eröffnet und ist vom 23. April bis zum 13. September 2026 zu sehen. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte der majestätischen Europäischen Buche, die seit über anderthalb Jahrhunderten den Innenhof des Museums ziert und eine Oase der Ruhe im Herzen der Hauptstadt bildet.

Der Baum, dessen Stamm einen beeindruckenden Umfang von 24 Metern aufwies, wurde zwischen 1856 und 1858 gepflanzt – noch vor dem Abriss der Festung Luxemburg im Jahr 1867. Seitdem ist die Buche ein stiller Zeuge bedeutender historischer Ereignisse, darunter beide Weltkriege.

Leider musste der Baum im März 2022 aus Sicherheitsgründen gefällt werden, da er an einer Pilzkrankheit litt, die durch eine außergewöhnliche Dürre noch verschlimmert wurde. Das Museum beschloss jedoch, Teile des Stammes zu konservieren und sie Künstlern zur Verfügung zu stellen, damit die Erinnerung an diesen jahrhundertealten Riesen durch die Kunst verewigt werden kann.

Acht renommierte Bildhauer aus Luxemburg und ganz Europa stellten sich dieser Herausforderung und schufen aus dem Holz einer umgestürzten Buche einzigartige Kunstwerke:

  • Jhemp Bastin: ein Kettensägenkünstler, der die Skulptur „Mémoire d’arbre“ geschaffen hat.
  • Pitt Brandenburger: der Schöpfer von „Gardien“ („The Guardian“), einem Werk aus Buche und Nussbaum.
  • Gérard Claude: stellte das symbolträchtige Werk *Memento* vor.
  • Katarzyna Kot: hat eine Hommage an den Dichter Anis Koltz geschaffen – die Installation „S’adonner au silence“.
  • Jean-Paul Thiefels: Schöpfer der philosophischen Skulptur „Au fil du temps“.
  • Laurent Turping: schuf die Werke „Symbiose“ und „Générations“.
  • Wouter van der Vlugt: ein Designer und Bildhauer, der das Projekt „Chaotic route III“ vorstellte.
  • Nadine Zangarini: eine Anhängerin von Brancusi und Schöpferin der Serie „Refuges“.

Die von Guy Thewes und Anne Hoffmann kuratierte Ausstellung lädt die Besucher dazu ein, drei Jahrhunderte Geschichte aus der Perspektive eines einzigen Baumes zu erkunden. Die Werke der Künstler wurden nun in die ständige Kunstsammlung der Stadt Luxemburg aufgenommen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Archivfotos und die Ergebnisse einer dendrochronologischen Untersuchung, die vom Nationalmuseum für Naturgeschichte durchgeführt wurde.

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27.04.26

Fotos aus diesen Quellen: Tim Mossholder, Unsplash

Autoren: Alex Mort