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Luxtoday

350 Rehkälber wurden auf Feldern in Luxemburg gerettet

Zuletzt aktualisiert
23.07.26
Deer calfs in Luxembourg

Divide By Zero, Unsplash

Während der Hochsaison der Heuernte bringt die gemeinnützige Organisation „Sauvons Bambi“ Freiwillige, Jäger und Landwirte zusammen, um Jungtiere vor dem Tod durch landwirtschaftliche Maschinen zu schützen. In diesem Jahr konnten durch ihre gemeinsamen Bemühungen bereits rund 350 Tiere gerettet werden. Kollisionen mit Mähmaschinen führen zu schweren Verletzungen und zum Tod junger Tiere und stellen zudem eine erhebliche wirtschaftliche und gesundheitliche Bedrohung für die Viehwirtschaft dar. Bleiben die Tierkadaver unentdeckt und gelangen sie in das geerntete Futter, entstehen bei der Verwesung giftige Gase, die zu weitreichenden Krankheitsausbrüchen im Viehbestand führen können.

Um solche Vorfälle zu verhindern, kommt die digitale Plattform Bambimap.lu zum Einsatz, die Landwirte direkt mit Rettungsteams vernetzt. Wie Jacques Schroeder, ein Sprecher von „Sauvons Bambi“, erklärt, wird jeder landwirtschaftlichen Parzelle ein eindeutiger Identifikationscode zugewiesen. Landwirte geben Details zu ihren geplanten Arbeiten in das System ein, woraufhin Drohnenbetreiber Zugriff auf eine Liste der aktuellen Aufgaben erhalten. Mit Kameras ausgestattete Drohnen ermöglichen die schnelle Erkennung von Kleintieren, die sich im hohen Gras verstecken. 

Schröder betont, dass die Wachsamkeit der Anwohner oft eine entscheidende Rolle bei Rettungsaktionen spielt. Als Beispiel führte er einen aktuellen Vorfall an: Nachdem ein weibliches Tier entdeckt worden war, das auf der Straße angefahren worden war und Anzeichen von Milchbildung zeigte, durchsuchten Freiwillige systematisch die umliegenden Felder und fanden zwei Jungtiere, die ohne ihre Mutter zurückgelassen worden waren. Experten verbieten es jedoch strengstens, zufällig gefundene Wildtiere anzufassen, da die Mutter ihre Jungen aufgrund des fremden Geruchs dauerhaft ablehnen könnte.

Trotz der Wirksamkeit der derzeit eingesetzten technischen Lösungen wird die Einführung einer gesetzlichen Verpflichtung zur Vorankündigung von Mäharbeiten bislang nicht in Betracht gezogen. Die Landwirtschaftsministerin Martine Hansen erklärte, dass derzeit weder ausreichende infrastrukturelle Ressourcen noch genügend qualifizierte Drohnenpiloten zur Umsetzung einer solchen Vorschrift zur Verfügung stünden. Stattdessen setzt die Regierung auf eine freiwillige Abstimmung zwischen allen Beteiligten. 

Bislang haben Jäger bereits 14.000 Hektar Ackerland abgesucht, während Freiwillige von „Sauvons Bambi“ die Sicherheit eines Gebiets von 5.000 bis 6.000 Hektar gewährleistet haben. Langfristig ist geplant, das abgedeckte Gebiet weiter auszubauen, damit jede Fachgruppe die ihr zugewiesenen Gebiete eigenständig und effektiv überwachen kann.

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23.07.26

Fotos aus diesen Quellen: „Divide By Zero“, Unsplash

Autoren: Alex Mort