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Luxtoday

Die Jugend Luxemburgs wendet sich von sozialen Kontakten ab

Zuletzt aktualisiert
11.03.26
Youngsters in Luxembourg

Katie Barrett, Unsplash

Ein umfassender 260-seitiger Bericht, der am Montag veröffentlicht wurde, zeichnet das Bild einer Generation, die sich zunehmend von traditionellen Formen der Freizeitgestaltung und persönlichen Kommunikation entfernt. Bildungsminister Claude Meisch stellte einen deutlichen Rückgang der spontanen Treffen unter den 16- bis 29-Jährigen des Landes fest. Während 2019 nur 3 % der jungen Menschen angaben, ihre Freunde nie zu sehen, hatte sich dieser Anteil bis 2024 verdoppelt.

Experten führen diesen anhaltenden Rückgang auf die Folgen der COVID-19-Pandemie zurück, die neue Konsum- und Kommunikationsgewohnheiten geprägt hat. Die soziale Isolation hat nicht nur private Zusammenkünfte beeinträchtigt, sondern auch Besuche an öffentlichen Orten:

  • 44,7 % der Befragten gaben an, dass sie niemals Bars oder Restaurants besuchen (im Vergleich zu 36 % im Jahr 2019).
  • Über 90 % der Befragten ignorieren Fachvereine und Jugendzentren (maisons des jeunes).
  • Sieben von zehn Jugendlichen beschäftigen sich nicht mit Musik, und etwa die Hälfte zeigt kein Interesse an handwerklicher Arbeit, Kunst oder aktivem Training.

Anstelle von aktiven Freizeitaktivitäten oder Hobbys entscheiden sich junge Menschen in Luxemburg für passive Entspannung. Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer gab zu, dass sie mehr als 10 Tage im Monat einfach nur „chillen” – sich ohne konkrete Aktivitäten entspannen. Paradoxerweise steigt vor dem Hintergrund wachsender sozialer Distanzierung die Angst unter jungen Menschen weiter an, und der Bedarf an Unterstützung durch Freunde bleibt hoch, obwohl Treffen praktisch nicht mehr stattfinden.

Obwohl digitale Technologien es uns ermöglichen, in Verbindung zu bleiben, betonen Experten, dass Online-Kommunikation physische Präsenz und gemeinsame Aktivitäten nicht vollständig ersetzen kann. Der Rückgang des Interesses selbst an einfachen Dingen wie Spaziergängen im Freien deutet auf tiefgreifende Veränderungen in der Struktur des Alltagslebens der neuen Generation hin, die der Staat im Rahmen seiner Bildungs- und Sozialprogramme noch nicht erfasst hat.

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11.03.26

Fotos aus diesen Quellen: Katie Barrett, Unsplash

Autoren: Alex Mort