Lex Delles hat die Energiesicherheit Luxemburgs bestätigt

Claude Piscitelli
Vor dem Hintergrund der eskalierenden Lage im Nahen Osten hat Wirtschaftsminister Lex Delles die Risiken für den Energiesektor des Landes analysiert. Seiner Ansicht nach unterscheidet sich die aktuelle Situation grundlegend von der Krise des Jahres 2022. Während Europa damals in hohem Maße von einem einzigen Lieferanten – Russland – abhängig war, sind die Kohlenwasserstoffimporte heute deutlich diversifiziert, und das Netz aus LNG-Terminals und voll ausgelasteten Speicheranlagen bietet die erforderliche Sicherheitsreserve.
Derzeit hat die Regierung keine Pläne, neue finanzielle Unterstützungsmaßnahmen für die Bevölkerung einzuführen, wie sie vor zwei Jahren beschlossen wurden. Der Minister brachte eine Reihe von Argumenten für ein maßvolles Vorgehen vor:
- Der aktuelle Dieselpreis liegt weiterhin 40 bis 50 Cent pro Liter unter den Höchstständen von 2022.
- Die Energieversorger in Luxemburg kaufen Gas drei Jahre im Voraus ein, wodurch kurzfristige Marktschwankungen für die Endverbraucher ausgeglichen werden.
- Weder die Europäische Kommission noch die Internationale Energieagentur (IEA) haben ein Risiko von Unterbrechungen der Benzin- oder Gasversorgung festgestellt.
Luxemburg hat sich den koordinierten Bemühungen der IEA zur Stabilisierung der Märkte angeschlossen und sich bereit erklärt, rund 8.000 Barrel Öl aus seinen strategischen Reserven freizugeben. Diese Menge entspricht dem täglichen Verbrauch des Landes. Insgesamt verfügt das Großherzogtum über Reserven für 93 Tage, von denen ein Teil auf nationalem Gebiet gelagert wird, während der Großteil in speziellen Anlagen im Ausland vorrätig ist. Der Minister betonte, dass dieser Schritt ein Akt der Solidarität sei und kein Risiko für die interne Versorgungssicherheit darstelle.
Im Rahmen der Debatte über langfristige Nachhaltigkeit bekräftigte Delles Luxemburgs Engagement für erneuerbare Energien. Die Regierung hat die Auflagen für den Bau von Windkraftanlagen entlang von Autobahnen und in Industriegebieten vereinfacht und zudem Vorfinanzierungsprogramme für Photovoltaikanlagen eingeführt.
Der Minister bezog klar Stellung gegen die Nutzung der Kernenergie und widersprach damit den Äußerungen von Ursula von der Leyen. Die wichtigsten Gegenargumente sind nach wie vor Sicherheitsbedenken und die ungelöste Frage der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Laut Delles würde ein Umstieg auf Kernenergie lediglich eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzen, da Uran in Europa nicht abgebaut wird. Strategische Priorität hat weiterhin die Kombination erneuerbarer Energiequellen mit der Entwicklung von Energiespeichertechnologien.





