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Luxtoday

Auf den Straßen Luxemburgs ist gefährliches Cannabis aufgetaucht

Zuletzt aktualisiert
01.04.26
Cannabis flowers in Luxembourg

Diyahna Lewis, Unsplash

In Luxemburg kommt ein Skandal ans Licht, bei dem gefährliche psychoaktive Substanzen über ein Netz von Verkaufsautomaten vertrieben werden. Produkte, die als THCA-Cannabis (eine nicht-psychoaktive Vorstufe von THC) gekennzeichnet waren, entpuppten sich als gewöhnliche CBD-Blüten (Cannabidiol), die mit dem synthetischen Cannabinoid MDMB-PINACA besprüht worden waren. Diese synthetische Verbindung ahmt die Wirkung von Marihuana nach, hat jedoch verheerende Auswirkungen auf Körper und Geist.

Eine von RTL Today in Zusammenarbeit mit dem Drogentestdienst Pipapo (ein Projekt der NGO 4motion) durchgeführte Untersuchung ergab, dass die auf der Verpackung angegebenen Inhaltsstoffe völlig falsch waren. Anstelle des versprochenen THCA, das in Luxemburg ebenso wie herkömmliches THC streng verboten ist, erhielten die Konsumenten eine Mischung, die hochgiftige Zusatzstoffe enthielt. Die Experten von Pipapo warnen, dass aufgrund der ungleichmäßigen Verteilung der synthetischen Beschichtung auf den Blüten das Risiko einer Überdosierung erheblich steigt. Substanzen dieser Art haben in Europa bereits Todesfälle verursacht.

Das luxemburgische Gesundheitsministerium und das Wirtschaftsministerium haben diese Situation scharf verurteilt. Die Behörden betonten, dass jedes Produkt, das THC oder dessen Vorläufer THCA enthält, als Betäubungsmittel eingestuft wird und nicht frei verkauft werden darf. Das Vorhandensein offizieller Tabaksteuermarken auf den Verpackungen macht deren Inhalt nicht legal, wenn dieser gegen das Betäubungsmittelgesetz verstößt.

Zu den Nebenwirkungen der Einnahme von MDMB-PINACA gehören:

  • starke Übelkeit und Erbrechen;
  • plötzliche Blutdruckabfälle und Krampfanfälle;
  • Panikattacken und akute psychotische Episoden.

Vertreter des für den Betrieb der Verkaufsautomaten zuständigen Unternehmens haben die Einleitung einer internen Untersuchung sowie die vorübergehende Schließung der Verkaufsstellen angekündigt. In einer offiziellen Erklärung versichert die Geschäftsleitung, dass alle Produkte von vertrauenswürdigen Lieferanten bezogen werden und mit Prüfzertifikaten versehen sind. Dennoch ist die Verkaufsstelle, an der die Probe gekauft wurde, derzeit geschlossen, und die Behörden rufen die Öffentlichkeit dazu auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen und fragwürdige Produkte aus Verkaufsautomaten zu meiden.

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01.04.26

Fotos aus diesen Quellen: Diyahna Lewis, Unsplash

Autoren: Alex Mort