Das erste Kind wurde vermutlich durch Nestlé-Milchnahrung vergiftet.

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In Luxemburg wurde nach einem internationalen Rückruf von Säuglingsnahrung ein möglicher Fall von Cerulidvergiftung bei einem Säugling festgestellt. Der Zusammenhang zwischen diesem Fall und den zurückgerufenen Produkten ist noch nicht bestätigt, die Untersuchung dauert an, und das Kind hat sich bereits erholt. Dies wurde von medizinischen und Gesundheitsdiensten inmitten des wachsenden Skandals um die Sicherheit von Babynahrung in Europa gemeldet.
Der Rückruf begann Anfang Januar, nachdem Nestlé eine mögliche Kontamination von Säuglingsmilchpulver in einer seiner Produktionsstätten in den Niederlanden entdeckt hatte. Infolgedessen wurden die Produkte in mehr als 60 Ländern, darunter auch Luxemburg, aus dem Verkauf genommen. Der Rückruf betraf die Marken Beba, NAN und Alfamino, und Nestlé bezeichnete die Aktion als die größte in seiner Geschichte. Als Ursache des Problems wird Cereulid vermutet, ein Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus produziert wird und möglicherweise in einem der Zusatzstoffe enthalten ist.
Zwei Fälle von Säuglingstodesfällen in Frankreich haben besondere Aufmerksamkeit auf diese Situation gelenkt. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der kontaminierten Babynahrung wurde bislang noch nicht nachgewiesen, aber die Untersuchungen dauern an. Auch aus den Niederlanden und Belgien wurden Fälle von erkrankten Kindern gemeldet.
In Luxemburg gab es laut der Kinderärztin Isabel De La Fuente vom CHL keinen Anstieg unerklärlicher Fälle von schwerem Erbrechen bei Kindern. Sie präzisiert, dass nur ein Patient in der Kinderklinik möglicherweise mit einer Vergiftung in Verbindung gebracht werden könnte, und dieser Fall wird derzeit untersucht. Die luxemburgische Veterinär- und Lebensmittelbehörde (ALVA) wurde informiert, und die betreffende Milchcharge wird derzeit im Labor untersucht.
Die mögliche Kontaminationsquelle wird allmählich klarer. Mehrere Hersteller, darunter Danone und Lactalis, haben eigene Produktrückrufe angekündigt. Allen Fällen gemeinsam war ein Zusatzstoff, der von dem chinesischen Unternehmen Cabio Biotech geliefert wurde. Er wird verwendet, um Säuglingsnahrung der Muttermilch ähnlicher zu machen.
Vergiftungserscheinungen, vor allem starkes Erbrechen, treten in der Regel zwischen 30 Minuten und sechs Stunden nach dem Verzehr auf. ALVA-Vizedirektor Patrick Hau weist darauf hin, dass die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle auf ein relativ geringes Risiko hindeutet: Wäre die Kontamination weiter verbreitet, gäbe es deutlich mehr Meldungen. Dennoch kann das Risiko nicht vollständig ausgeschlossen werden, weshalb die betroffenen Produkte vollständig vom Markt genommen wurden.
ALVA betont, dass Babynahrung in Luxemburg strengen Kontrollen unterliegt. Laut Josiane Dahm, Inspektorin für die Lebensmittelkette, werden jährlich rund 1.400 Analysen durchgeführt, darunter auch Tests auf Bacillus cereus, und bisher wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Wenn im Ausland ein Problem festgestellt wird, wird die Information schnell über das europäische Schnellwarnsystem verbreitet, das eine synchronisierte Reaktion auf EU-Ebene ermöglicht, erklärte Claude Scholtes, Leiter der Abteilung für Warn- und Kooperationssysteme bei ALVA.
Eltern wird dringend empfohlen, die Chargennummern der von ihnen verwendeten Säuglingsnahrung zu überprüfen. Aktuelle Informationen zu zurückgerufenen Produkten werden laufend im LU-Alert-System veröffentlicht, wo Sie schnell überprüfen können, ob ein bestimmtes Produkt von Sicherheitsmaßnahmen betroffen ist.





