Gegen die Stadtverwaltung von Esch wurde eine Klage in Höhe von 130 Millionen Euro eingereicht

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Der Unternehmer Kindy Fritsch hat Klage gegen die Gemeinde Esch-sur-Alzette eingereicht und fordert Schadenersatz in Höhe von 130 Millionen Euro. Im Mittelpunkt des Streits steht das seit Langem laufende Immobilienprojekt „Portal Eent“, für das an der Kreuzung von Boulevard Prince Henri und Rue Victor Hugo ein Grundstück mit einer Fläche von etwa 50 Ar zugewiesen wurde.
Es gab Pläne, hier einen großen Wohnkomplex zu errichten. Im Jahr 2020 wurde eine Vereinbarung zwischen der Stadtverwaltung und PORTAL EENT S.à.r.l. unterzeichnet, die die Gemeinde zum Kauf von 11 Wohnungen verpflichtete, um diese anschließend in den Bestand an Sozialwohnungen zu überführen. Im November 2023 griff die Kommunalverwaltung jedoch in die Arbeit des Grundbuchamtes ein und blockierte das Verfahren zur vertikalen Aufteilung des Grundstücks, was ein gesetzlich vorgeschriebener Schritt für die Eintragung einzelner Wohnungen in dem im Bau befindlichen Mehrfamilienhaus ist.
Der ehemalige Bürgermeister Georges Mischo erklärte, er könne die Gründe für diese Verwaltungsentscheidung nicht erläutern, da er in dieser Angelegenheit keinen Einfluss mehr habe. Der LSAP-Sprecher Steve Faltz forderte seinerseits die Vorlage der Quelldaten sowie eine transparente Untersuchung und betonte, dass die Gemeinde nicht das Recht habe, Entwicklungsprojekte ohne stichhaltige rechtliche Gründe zu stoppen.
Gleichzeitig warf Fritsch den Stadtbehörden öffentlich Unterschlagung, Vetternwirtschaft und Korruption vor. Auf seiner Social-Media-Seite behauptete er, die Esh-Regierung habe im Jahr 2024 9,5 Millionen Euro, die ursprünglich im Haushalt für das Projekt „Portal Eent“ vorgesehen waren, abgezogen und die Mittel zur Finanzierung eines anderen Bauprojekts – „Rout Lëns“ – umgeleitet.
Mischo wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass die beiden Immobilien unabhängig voneinander finanziert worden seien und dass keine Gelder zwischen ihnen geflossen seien. Als Beweis führte er die allgemeine Stagnation auf dem lokalen Markt an und verwies auf andere ausgesetzte Vorhaben, insbesondere Projekte von Silverfinch und Scholesch-Eck, deren Verzögerungen seiner Aussage nach ebenfalls nichts mit dem Vorgehen der Stadtverwaltung zu tun hätten.
Der amtierende Bürgermeister, Christian Weis, sieht zum jetzigen Zeitpunkt davon ab, sich inhaltlich zu dem Streitfall zu äußern. Laut seiner schriftlichen Stellungnahme wird die Gemeinde erst dann eine öffentliche Stellungnahme abgeben können, wenn ein Anwalt bestellt wurde, der Zugang zu allen Akten hat und sich ein umfassendes rechtliches Bild von der Situation machen kann.





