facebook
Luxtoday

KI sollte Kindern beim Denken helfen, nicht es für sie übernehmen.

Zuletzt aktualisiert
04.02.26
AI in Luxembourg's schools

Growtika, Unsplash

Künstliche Intelligenz sollte weder in Schulen verboten noch als bedingungsloser Vorteil angesehen werden, so das Fazit der Teilnehmer einer Konferenz zum Thema KI im Bildungswesen, die in Luxemburg stattfand. Bildungsminister Claude Meisch betonte, dass die Rolle der Schulen darin bestehe, als Wegweiser zu dienen, als eine Art „Kompass“, der Kindern und Jugendlichen dabei hilft, neue Technologien sinnvoll und verantwortungsbewusst zu nutzen.

Seiner Meinung nach sind Bildungseinrichtungen weniger dazu verpflichtet, Schüler vor KI zu schützen, als vielmehr zu erklären, wie und warum sie eingesetzt werden sollte. Das Ziel besteht darin, einen fundierten Ansatz zu entwickeln, bei dem die Technologie den Zwecken der Bildung dient, anstatt deren Inhalte zu ersetzen.

Gastredner Henning Beck, Neurobiologe und Biochemiker, warnte vor einem anderen Extrem: der Ignorierung künstlicher Intelligenz. Er sagte, dass diejenigen, die sich weigern, mit KI zu interagieren, dafür in Zukunft „einen hohen Preis zahlen“ werden. Seiner Meinung nach konzentriert sich die Diskussion zu oft auf die Risiken der Technologie, während die Gefahren ihrer Ablehnung im Dunkeln bleiben. Infolgedessen könnten neue Ideen nicht entstehen und Geschäftsmodelle und berufliche Chancen verpasst werden.

Beck betont, dass die Schlüsselkompetenz der Zukunft darin besteht, zu unterscheiden, wo KI ein nützlicher Helfer sein kann und wo menschliches Urteilsvermögen, Skepsis und Verantwortung gefragt sind. Er unterstreicht, wie wichtig eine kritische Haltung gegenüber den Ergebnissen von Algorithmen ist: Schüler müssen lernen, Informationen zu überprüfen und Fehler, Verzerrungen und mögliche Manipulationen zu erkennen.

Seiner Meinung nach kann eine solche „KI-Kompetenz“ nicht theoretisch erworben werden. Sie kann nur durch Praxis, Experimente und die Analyse der eigenen Fehler entwickelt werden. Beck verglich diesen Prozess mit dem Erlernen des Fahrradfahrens: Fähigkeiten werden nicht durch Anweisungen erworben, sondern durch Ausprobieren. Seiner Meinung nach sollten Schulen zu einem sicheren Ort für solche Experimente werden.

Gleichzeitig warnte er davor, KI ausschließlich als Mittel zur Zeitersparnis einzusetzen. Wenn ein Schüler einen Algorithmus anweist, Aufsätze zu schreiben oder Texte zu analysieren, ohne sich selbst an der Arbeit zu beteiligen, wird der pädagogische Wert erheblich gemindert. Der Preis für einen solchen Ansatz ist die Abhängigkeit von Technologie, eine erhöhte Beeinflussbarkeit und letztlich der Verlust der intellektuellen Autonomie. Wahre Freiheit liegt laut Beck in der Fähigkeit, unabhängig zu denken und KI als Unterstützung, aber nicht als Ersatz zu nutzen.

Feedback senden
Zuletzt aktualisiert
04.02.26

Fotos aus diesen Quellen: Growtika, Unsplash

Autoren: Alex Mort