Ein Gemeinschaftsrestaurant in Ettelbruck hat mit einem gravierenden Mangel an Sitzplätzen zu kämpfen

Meizhi Lang, Unsplash
Die von der gemeinnützigen Organisation „Stëmm vun der Strooss“ betriebene Sozialkantine in der Nähe des Bahnhofs in Ettelbruck leidet unter einem gravierenden Mangel an Sitzplätzen. Derzeit verfügt das Restaurant nur über 19 Sitzplätze, während täglich mehr als 150 Menschen zu einer kostenlosen Mahlzeit kommen. Laut Franco Settanni, dem Betriebsleiter der Organisation für die Region Nord, werden mindestens 50 bis 60 Sitzplätze benötigt, um den aktuellen Bedarf zu decken. Anders als in herkömmlichen Kantinen werden die Mahlzeiten hier an Tischen serviert. Aufgrund des begrenzten Platzangebots sind die Besucher jedoch gezwungen, zu Stoßzeiten draußen zu warten, bis sie an der Reihe sind.
Gleichzeitig erfordern die strengen räumlichen Gegebenheiten eine bestimmte Arbeitsweise. Wie Franco Settanni betont, haben die Gäste bei voller Belegung nur etwa 10 Minuten Zeit zum Essen, um einen konstanten Gästewechsel zu gewährleisten. Die Küche bereitet täglich bis zu 180 Portionen zu, da viele Gäste Nachschlag verlangen oder Essen mitnehmen. Ein derart hoher Durchsatz schließt die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, praktisch aus, obwohl soziale Interaktion für die Gäste des Betriebs, die unter Isolation leiden, von entscheidender Bedeutung ist. Die Leitung betont, dass eine Vergrößerung der Räumlichkeiten es ihnen ermöglichen würde, einen spezialisierten Sozialarbeiter einzustellen, um Menschen in Not, darunter auch Berufstätige in finanziellen Schwierigkeiten, umfassend zu unterstützen. Rund 20 Mitarbeiter sorgen ab 8 Uhr morgens für den täglichen Betrieb des Zentrums. Fünfzehn von ihnen sind im Rahmen des öffentlichen Arbeitsprogramms „TUC“ (Travaux d’Utilité Collective) über die Nationale Arbeitsagentur (ADEM) beschäftigt.
Das Restaurant legt besonderen Wert auf Familien mit Kindern, deren Zahl während der Schulferien deutlich zunimmt. Im Gegensatz zu den Regeln in der Filiale im Stadtteil Hollerich können Familien im Restaurant in Ettelbruck im Innenbereich speisen. Laut einem der Gäste – einem Asylbewerber aus Venezuela, der erst kürzlich angekommen ist – bietet die Filiale in der Hauptstadt Gästen mit Babys nur Speisen zum Mitnehmen an, was bedeutete, dass sie im Park essen mussten. Franco Settanni bestätigt, dass das Thema Kinder- und Familienarmut im Norden des Landes ein dringendes Problem darstellt. Gleichzeitig gelten im Zentrum strenge Regeln: Wenn das Personal Personen unter Alkoholeinfluss bemerkt, die für Unruhe sorgen könnten, werden diese gebeten, draußen zu warten, und erst als Letzte bedient. Das Restaurant ist bis 14:45 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich, und trotz begrenzter Ressourcen bemühen sich die Mitarbeiter, jedem zu helfen, der zu ihnen kommt.





