Die Gewerkschaften fordern Lohnerhöhungen

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Rund 100 Aktivisten des OGBL und des LCGB versammelten sich vor dem Arbeitsministerium, um im Vorfeld wichtiger Verhandlungen zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen. Hauptthema bleibt die Forderung nach einer strukturellen Anhebung des Mindestlohns, die nach Ansicht der Demonstranten für die Stabilisierung der sozialen Lage im Land unerlässlich ist.
OGBL-Präsidentin Nora Back zeigte sich zufrieden mit der hohen Beteiligung, zumal die Entscheidung, die Mahnwache abzuhalten, erst am Vortag gefallen war. Sie erklärte, dies sende nicht nur an den zuständigen Minister, sondern an das gesamte Kabinett eine klare Botschaft. Back betonte zudem, dass die aktuelle Aktion lediglich der Auftakt einer geplanten Kampagne sei, um Druck auf die Regierung auszuüben, und nannte den 12. Mai als wichtigen Termin für weitere Initiativen.
Arbeitsminister Marc Spautz trat gegen 8 Uhr morgens vor die Demonstranten. In einem Interview mit der Presse räumte er ein, dass ihn das Ausmaß und die Plötzlichkeit der Demonstration überrascht hätten. Dennoch suchte Spautz den Dialog mit der Menge und merkte an, dass er, hätte man ihn früher informiert, vor Beginn seines offiziellen Arbeitsprogramms mehr Zeit für das Treffen hätte aufbringen können.
Patrick Dury, Vorsitzender des LCGB, bezeichnete die Lage als kritisch und wies darauf hin, dass die Zeit für reine Hinterzimmerverhandlungen bald vorbei sei. Er betonte, wie wichtig es sei, dass die beiden größten Gewerkschaftsverbände des Landes ihre Kräfte bündeln, da dies ihre Verhandlungsposition stärke. Dury fügte hinzu, dass die Gewerkschaften bereit seien, ihren Aktionsplan zu verschärfen, sollte die Regierung keine konkreten Lösungen für eine Vielzahl sozialer Probleme vorschlagen. Parallel zur Kundgebung vor dem Ministerium fand eine ähnliche Demonstration vor dem ArcelorMittal-Gebäude statt, die zeitlich auf die Jahreshauptversammlung des Stahlriesen abgestimmt war.





