Paris, Spielautomaten, Online-Glücksspiel: Will Luxemburg die Daumenschrauben anziehen?

Luxemburg bereitet eine Reform seines Glücksspielgesetzes vor, um illegale Angebote besser bekämpfen zu können und strengere Rahmenbedingungen für Online-Glücksspiele, insbesondere für Casinos, festzulegen. Im Visier stehen Spielautomaten, die an alltäglichen Orten aufgestellt sind, Geräte, die Spielterminals im Gastgewerbe ähneln, und die wachsende Kluft zwischen einem streng kontrollierten Lizenzsystem und der Realität eines digitalen Marktes, der mit nur wenigen Klicks zugänglich ist.
Ein einfaches Prinzip: keine Genehmigung, kein Glücksspiel
Der rechtliche Rahmen in Luxemburg basiert auf einer vorherigen Genehmigung. Glücksspiele sind nicht auf Roulette-Tische beschränkt: Die Definition umfasst auch Geräte, die Gewinne im Austausch gegen einen Einsatz bieten. Der Betrieb steht nicht jedem offen. Er ist Casinos und ähnlichen Einrichtungen vorbehalten, die zu touristischen Zwecken eingerichtet wurden und einer Genehmigung unterliegen, die nach einer Prüfung und auf der Grundlage formalisierter Bedingungen erteilt wird.
Die gleiche Logik gilt für Sportwetten: Die Annahme von Wetten auf Sportereignisse, selbst wenn sie nur gelegentlich erfolgt, fällt in den Bereich einer Tätigkeit, die genehmigungspflichtig ist. Der Betrieb wird unter öffentlicher Aufsicht durchgeführt, wobei sich mehrere Behörden die Aufsicht teilen. Hinter dem administrativen Wortlaut steht eine klare Botschaft: Der Staat will wissen, wer Spiele anbietet, wo, wie und nach welchen Regeln.
Online-Casinos an „physische“ Casinos angleichen
Die angekündigte Reform zielt auf einen wichtigen Punkt des Systems ab: Online-Casinos. Die diskutierte Idee besteht darin, den Zugang zum digitalen Markt für landbasierte Casinos zu reservieren, die bereits über eine Lizenz verfügen, und ihnen zu ermöglichen, eine zusätzliche Genehmigung für den Online-Betrieb ihrer Spiele zu beantragen. Sollte dieser Ansatz bestätigt werden, würde sich die derzeitige Logik ändern: Online-Glücksspiele würden nicht mehr als separater Bereich behandelt, sondern als Erweiterung des Casinos, die denselben Beschränkungen unterliegt.
Diese Entwicklung wird von Websites, die das aus dem Land zugängliche Online-Casino-Angebot auflisten, wie beispielsweise casino.org Luxembourg, genau beobachtet. Dort suchen Spieler nach Informationen darüber, was es gibt, was zugänglich ist und was unter einen regulierten Rahmen fällt. Im Hintergrund zielt die Reform darauf ab, die Unklarheiten zwischen dem, was die Öffentlichkeit im Internet sieht, und dem, was der Staat tatsächlich genehmigt, zu verringern.
Lotterien und Verlosungen: ein zweistufiges Rahmenwerk
Lotterien und Verlosungen folgen ebenfalls einem präzisen Mechanismus. Eine finanzielle Schwelle unterscheidet kleine lokale Veranstaltungen von größeren Veranstaltungen: Oberhalb eines bestimmten Betrags fällt die Genehmigung in die Zuständigkeit des Staates, darunter liegt die Zuständigkeit bei der Gemeinde. In beiden Fällen ist der Grundgedanke derselbe: Diese Veranstaltungen müssen einem Zweck von allgemeinem Interesse dienen (philanthropisch, sozial, sportlich, kulturell, bildungsbezogen usw.).
Die Genehmigungsbehörde kann konkrete Bedingungen hinsichtlich der Organisation, der Verlosung oder der Aufsicht auferlegen. Dies ist kein nebensächliches Detail: Eine solche Befugnis hilft dabei, undurchsichtige Vereinbarungen zu verhindern, die Werbung zu regulieren und Praktiken zu vermeiden, die die Teilnehmer irreführen könnten.
Sportwetten: legal, aber ein streng kontrollierter Markt
Sportwetten sind in Luxemburg seit mehreren Jahrzehnten zugelassen, wobei das Mindestalter auf 18 Jahre festgelegt ist. Auf dem Papier sind auch Online-Glücksspiele erlaubt. In der Praxis wird das zugelassene Angebot jedoch als sehr begrenzt beschrieben, wobei die Landschaft vom historischen öffentlichen Betreiber dominiert wird.
Infolgedessen wenden sich einige Spieler ausländischen Plattformen zu, die durch aggressivere Benutzeroberflächen, besser sichtbare Boni und umfangreichere Spielekataloge locken.
Hier liegt das Luxemburger Paradoxon: Der Staat reguliert das legale Angebot, hat jedoch Schwierigkeiten, den Zugang zu nicht autorisierten Anbietern einzuschränken. Die Spieler selbst sind nicht das primäre Ziel. Der Druck verlagert sich zunehmend auf Anbieter, Vertriebsstellen und Vermittler. In einem europäischen Raum, in dem Dienstleistungen frei zirkulieren, wird die Grenze zwischen „zugänglich” und „autorisiert” schnell zu einem rechtlichen und praktischen Problem.
Besteuerung: ein Anreiz für Akteure
Aus steuerlicher Sicht hebt Luxemburg einen Faktor hervor, der für die Entscheidungen der Wettenden von Bedeutung ist: Gewinne aus Glücksspielen werden in der Regel als nicht einkommensteuerpflichtig dargestellt. Im Gegensatz dazu richtet sich die Besteuerung in erster Linie an Unternehmen, die Online-Glücksspieldienste anbieten, wobei für Sportwetten ein spezifischer Steuersatz genannt wird.
Diese Struktur schafft eine doppelte Dynamik: Sie macht das Land für Spieler attraktiv und erinnert gleichzeitig daran, dass Glücksspiel ein Sektor bleibt, über den der Staat die Kontrolle behalten will.
Sucht: Das Thema, das die gesamte Reform belastet
Hinter den Gesetzestexten stehen persönliche Lebenswege. Die mit Spielautomaten verbundenen Suchtmechanismen werden von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen regelmäßig angeführt: schnelles Spiel, zufällige Gewinne, Verlust von Bezugspunkten und eskalierende Einsätze. Die betroffene Bevölkerung beschränkt sich nicht nur auf starke Spieler. Das Risiko liegt auch in der Normalisierung: „ein bisschen“ in einem Café spielen, dann auf einer Plattform weitermachen und anschließend wieder an den Tresen zurückkehren.
Luxemburg verweist auch auf die Existenz eines spezialisierten Zentrums für Verhaltenssüchte, das kostenlose und anonyme Beratungen anbietet. Sein Tätigkeitsbereich geht über das Glücksspiel hinaus: Bildschirme, Kaufsucht, Arbeitssucht und vieles mehr.
Die politische Herausforderung besteht darin, diese therapeutische Arbeit mit einem kohärenten Rechtsrahmen zu verbinden. Ein Gesetz heilt niemanden, aber es kann die Gefährdung verringern, Schutzmaßnahmen auferlegen und den Übergang von Freizeitbeschäftigung zu Sucht erschweren.













